Mittwoch, 19. September 2018

Sparprogramm und höhere Steuern "Seid bereit zu liefern" - Argentiniens Bauern sollen Peso retten

10 Prozent Steuern auf die Ausfuhren: Die Pläne von Argentiniens Präsident Macri werden vor allem die Landwirte treffen

Argentinien muss liefern. Nicht nur der internationale Währungsfonds verlangt höhere Sparanstrengungen. Auch Analysten sehen dazu kaum Alternativen, um die Talfahrt des Peso zu stoppen. Ein Jobkahlschlag in Ministerien dürfte Präsident Macri dabei politisch weniger gefährlich werden als höhere Ausfuhrsteuern. Sie werden vor allem die mächtigen Farmer treffen - sie sind bislang treue Verbündete.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri will mit drastischen Sparmaßnahmen und einer wieder eingeführten Exportsteuer den Peso-Absturz bremsen und das Haushaltsdefizit eindämmen. So soll sich etwa die Zahl der Minister in der Regierung von 19 auf 9 mehr als halbieren, kündigte Macri am Montagnachmittag (MEZ) an und bestätigte damit Berichte der Zeitungen "La Nacion" und "Clarin". Finanzminister Nicolas Dujovne wolle in Kürze seine weiteren Pläne zur Eindämmung der Krise vorstellen.

Der Peso hatte zum Wochenende zwar seine Verluste leicht eindämmen können, seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Minus von gut 50 Prozent - 40 Prozent waren es allein im August. Der Währung machen vor allem die hohe Inflationsrate und die schwache Wirtschaftsentwicklung zu schaffen.

Argentinien ist hoch verschuldet. Die Märkte wollten von Macri und Dujovne nun ein starkes und überzeugendes Signal zur Verringerung des Haushaltsdefizits sehen, betonen Analysten von JP Morgan. Doch auch der Internationale Währungsfonds (IWF), der eine vorzeitige Auszahlung vereinbarter Hilfen von 50 Milliarden Dollar prüft, erwartet größere Sparanstrengungen heißt es.

Neue Ausfuhrsteuern treffen vor allem die Farmer

Argentinien hat bereits zugestimmt, sein Primärdefizit - also den Kreditbedarf vor Schuldendienst - auf 1,3 Prozent des Sozialprodukts (BIP) zu senken, nachdem im Juni das Hilfsprogramm mit dem IWF vereinbart worden war. Nach ursprünglichen Planungen sollte Macri 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, das soll jetzt schon 2019 der Fall sein, bestätigte die Regierung am Montag weiter.

Dujovne hat sich den Berichten zufolge zur weiteren Defizitkürzungen verpflichtet, bevor er am Dienstag nach Washington reist, um mit IWF-Chefin Christine Lagarde über eine beschleunigte Auszahlung der Hilfen zu verhandeln.

Neben einer deutlich stärkeren Kürzung von Staatsausgaben und Subventionen hat die Regierung auch eine allgemeine Exportsteuer in Höhe von 10 Prozent angekündigt. Sie wird vor allem die Landwirte Argentiniens treffen. Damit dürfte sich Präsident Macri unter den Farmern allerdings kaum Freunde machen, warnt Jeffrey Lamoueaux, Senior-Analyst bei Fitch Ratings.

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