Sonntag, 22. Juli 2018

Statistik Deutschland erneut Stromexport-Europameister

Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel: Exportüberschuss statt Stromengpass

Kein europäisches Land hat im vergangenen Jahr mehr Strom exportiert als Deutschland. Unter dem Strich blieb ein Ausfuhrüberschuss von 22,8 Terawattstunden - was der Jahresleistung von zwei großen Atomkraftwerken entspricht.

Berlin - Deutschland hat trotz aller Unwägbarkeiten und Probleme bei der Energiewende seine Position als großes Stromexportland deutlich ausgebaut. Laut Statistischem Bundesamt flossen über die europäischen Netze 2012 - wie schon in den sechs Jahren zuvor - erheblich mehr Strom aus Deutschland in andere Länder als umgekehrt.

Dabei vervierfachte sich der Ausfuhrüberschuss auf 22,8 Terawattstunden (TWh) im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht ungefähr der Jahresleistung von zwei großen Atomkraftwerken.

"Damit wurde im Jahr 2012 der höchste Überschuss der letzten vier Jahre erzielt", so das Amt, das sich auf Zahlen der vier großen Übertragungsnetzbetreiber bezog. Im einzelnen importierte Deutschland im vergangenen Jahr 43,8 TWh Strom und führte 66,6 TWh aus. Damit lag die Importmenge deutlich unter den 48,5 TWh von 2011, während die Exportmenge nach 54,5 TWh um mehr als zehn Terawatt anstieg.

1,4 Milliarden Euro Gewinn durch Stromhandel

Mit dem Stromhandel erzielte Deutschland im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro. Einfuhren von 2,3 Milliarden Euro standen Ausfuhren von 3,7 Milliarden Euro gegenüber.

Die größten Stromlieferanten nach Deutschland waren Frankreich mit 13,2 Terawattstunden, Dänemark mit 8,5 Milliarden TWh und Tschechien mit 8,4 TWh. Bei den Abnehmerländern dominierten die Niederlande mit 22,6 TWh vor den Alpen-Nachbarländer Österreich mit 15,9 TWh und Schweiz mit 12,7 TWh.

krk/rtr

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH