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15.02.2013
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Währungswettlauf
Akute Burnout-Gefahr beim US-Dollar

Von Markus Gärtner

Währungskrieg: Dem US-Dollar setzt die Ausbreitung des Yuan zu
REUTERS

Währungskrieg: Dem US-Dollar setzt die Ausbreitung des Yuan zu

Die Abgesänge auf den Greenback nehmen zu: Im Asienhandel und in der Ölwirtschaft werden Umwege um die Weltleitwährung gelegt. Im Handel fallen die USA sogar hinter China zurück. Und immer mehr Beobachter in den USA fürchten ein Desaster als Folge der ultra-lockeren Geldpolitik der Fed.

Vancouver - China rechnet seine Handelsbilanz erstmals auch in der Landeswährung, dem Yuan, ab. In Asien wird die größte Freihandelszone der Welt ohne Einbindung der USA in Angriff genommen. Und London steht kurz vor einem Währungs-Swap-Abkommen mit den Chinesen. Es ist das erste außerhalb Asiens.

Gleichzeitig basteln die großen Schwellenländer der Brics-Gruppe - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - an ihrer eigenen Entwicklungsbank mit 50 Milliarden Dollar Startkapital. Es ist eine mögliche Konkurrenz zum Internationalen Währungsfonds, wo die USA regieren. China selbst forciert immer stärker die Ausbreitung des Yuan. Dieser steigt im innerasiatischen Handel zu einer bevorzugten Abrechnungswährung auf.

Währenddessen quält sich Europa durch eine schmerzhafte Schuldenkrise. Den USA droht nach dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Schlussquartal 2012 wieder eine Rezession. Doch China stieg 2012 trotz weniger Wachstums zur größten Handelsnation der Welt auf und nahm den USA diese Krone ab.

Im Klartext: Nach Jahrzehnten, in denen die Supermacht USA über die Globalisierung sowie über strategische Verträge und expandierende Wall Street-Giganten wie Coca-Cola Chart zeigen, General Electric Chart zeigen und IBM Chart zeigen im Rest der Welt den Taktstock schwang, wendet sich jetzt das Blatt. Und zwar dramatisch. Im Welthandel entsteht eine neue Infrastruktur, die zunehmend bereit ist, auf die Weltleitwährung Dollar Chart zeigen zu verzichten. Die neuen Spitzenspieler in der rasant veränderten ökonomischen Champions-League kommen aus Asien, Lateinamerika und Afrika.

Die Apples und Volkswagen der Zukunft

Die Boston Consulting Group hat in dieser Woche zum fünften Mal seit 2006 eine Liste der 100 größten Herausforderer aus den Schwellenländern aufgestellt. Von den "100 Global Challengers" kommen 30 aus China, 20 aus Indien. Satte 1.000 Firmen aus den aufsteigenden Schwellenmärkten haben seit 2006 die Schallmauer von einer Milliarde Dollar Jahresumsatz durchbrochen. Sie sind die Volkswagen Chart zeigen, Wal-Marts Chart zeigen und Apples Chart zeigen der Zukunft.

Jetzt sind sie auf dem Sprung, dem Westen das Fürchten zu lehren. Und die Leitwährung für ihre weltweite Attacke auf das etablierte globale Wirtschaftssystem heißt nicht mehr automatisch Dollar, sondern immer öfter Renminbi. Die USA könnten sich in naher Zukunft gezwungen sehen, einen Yuan-Vorrat anzulegen, um im Welthandel voll mitzuhalten.

Die Nervosität in den USA angesichts dieser Wachablösung schlägt mancherorts bereits in Zynismus um. "Wir sehen einen Währungskrieg", sagt der CEO von Euro Pacific Capital, Peter Schiff. "Was Währungskriege von anderen Kriegen unterscheidet", fügt er hinzu, "ist die Tatsache, dass man sich dabei selbst umbringt, und die USA scheinen in diesem Sinne als Sieger bereits festzustehen."

Auch dem Medien-Tycoon und Milliardär Steve Forbes wird es langsam mulmig: "Die US-Notenbank produziert wie ein Süchtiger immer wieder Desaster", sagt er und fürchtet, die aktuelle Geldpolitik könne die US-Wirtschaft ruinieren.

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