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06.02.2013
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Starke Währung
Die Euro-Weichmacher kommen

Von Henrik Müller

Neue Runde im Gelddruckspiel: Als einzige große Notenbank verhält sich die EZB im Wechselkursmonopoly bislang passiv - doch der Druck auf sie steigt
dpa

Neue Runde im Gelddruckspiel: Als einzige große Notenbank verhält sich die EZB im Wechselkursmonopoly bislang passiv - doch der Druck auf sie steigt

Der Euro ist stark - zu stark? Die USA und Japan drucken munter Geld, und europäische Regierungschefs werden nervös. Auch die Europäer haben Mittel, um in die Währungspolitik hineinzufunken: Es wäre ein Angriff auf die Unabhängigkeit der EZB - und Bürger hätten Grund, sich um ihr Geld zu sorgen.

Hamburg - Der Euro ist "irrationalen Bewegungen" ausgesetzt. Sagt Frankreichs Präsident Francois Hollande. Und fügt hinzu: "Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben."

Der Euro ist hoch. Und er bereitet "einige Probleme". Sagt Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici.

Der Euro ist "gefährlich hoch". Sagt Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker.

Und was sagt Mario Draghi? Das wird bei der morgigen Pressekonferenz des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) eine der am meisten beachteten Fragen sein.

Man kann das Gerede über den Wechselkurs durchaus als Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank verstehen. Ja, man muss es sogar so verstehen (auch wenn Hollande sich beeilte hinzuzufügen, die EZB solle - natürlich - unabhängig bleiben). Denn wie die Währungsunion verfasst ist, bildet der Außenwert des Euro die Achillessehne der Notenbank-Autonomie in Europa: Artikel 219 des EU-Vertrags räumt den Finanzministern der Mitgliedstaaten das Recht ein, "allgemeine Orientierungen" für die Wechselkurspolitik zu formulieren.

Über dieses Instrument können die Regierungen der Mitgliedstaaten in die Währungspolitik hineinfunken. Der endgültigen Politisierung der Geldpolitik wäre Tür und Tor geöffnet.

Der Euro steigt - weil andere Länder noch mehr Geld drucken

Bislang hat der Ministerrat keinen Gebrauch davon gemacht. Seit Gründung des Euro-Landes gilt: Die Wechselkurse sollen sich auf den Märkten bilden - die EZB kümmert sich allein um die innere Geldwert- und Finanzstabilität, die Regierungen halten sich heraus.

Aber das kann sich leicht ändern.

Die Nervosität ist groß derzeit: Der Euro steigt, weil andere westliche Länder eine neue Runde im großen Gelddruckspiel eingeläutet haben. Japans Notenbank wird noch mehr Wertpapiere aufkaufen. Die Fed will auf Jahre nichts an ihrem Nullzinskurs ändern. Der kommende britische Notenbankchef Mark Carney redet darüber, mit massivem monetären Stimulus der Wirtschaft zu "escape velocity" (Fluchtgeschwindigkeit) verhelfen zu wollen.

Gemessen daran nehmen sich die Aktivitäten der EZB fast restriktiv aus; im Frankfurter Euro-Tower experimentiert man sogar mit ersten kleinen Schritten in Richtung eines Ausstiegs aus den Krisenmaßnahmen, wie kürzlich zu besichtigen war, als einige Banken begannen, erste Drei-Jahres-Notkredite (aus dem "LTRO-Programm" von 2012) zurückzuzahlen.

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Henrik Müller ist stellvertretender Chefredakteur des manager magazins.









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