Sonntag, 5. Juli 2015

Alle Artikel und Hintergründe

Pimco-Gründer Gross "Wir befinden uns in einem Währungskrieg"

Rechnet mit deutlichen Preissteigerungen: Pimco-Gründer Bill Gross

Der "Krieg" zwischen den großen Wirtschaftsmächten um die billigste Währung ist in vollem Gang, sagt Bill Gross. Um die eigenen Exporte zu stützen, trieben die Notenbanken der jeweiligen Akteure den Abwertungswettlauf mit voran, ist der Gründer des weltgrößten Anleihe-Investors überzeugt.

Berlin - Die großen Wirtschaftsmächte stecken nach Einschätzung des Gründers des weltweit größten Anleihe-Investors Pimco, Bill Gross, mitten in einem Rennen um die billigste Währung, um ihre Exporte zu stützen. "Wir befinden uns in einem Währungskrieg", sagte Gross der "Welt am Sonntag".

"Die Situation erinnert an die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Auch damals gab es einen Abwertungswettlauf." Wer daraus als Sieger hervorgehe, sei dabei noch nicht absehbar, sagte der Manager.

Zu der Entwicklung trügen vor allem die Notenbanken bei - mit allen Konsequenzen. "Der allzu großzügige Umgang der Notenbanken mit ihrem Scheckbuch wird unweigerlich zu Preissteigerungen und einer Abwertung der Währungen führen", sagte Gross. Für die nächsten drei Jahre rechne Pimco, das zum Versicherungskonzern Allianz Börsen-Chart zeigen gehört, deshalb etwa für die USA mit einer jährlichen Inflation von 3 Prozent.

Trotz der Bemühungen gehöre ein Wachstum von mehr als 2 Prozent aber "in vielen Ländern der Vergangenheit an", sagte Gross. "Auch wenn es noch so bitter ist, am Sparen führt angesichts der hohen Schuldenberge kein Weg vorbei - weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa."

rei/dapd

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH