Europäische Zentralbankmanager magazin RSS  - Europäische Zentralbank

Alle Artikel und Hintergründe


25.01.2013
Twitter GooglePlus Facebook

World Economic Forum
Draghi hält an Krisenpolitik für Eurozone fest

EZB-Präsident Mario Draghi: "Es kann auf Dauer kein nachhaltiges Wachstum geben, das durch die endlose Anhäufung von Schulden finanziert wird."
DPA

EZB-Präsident Mario Draghi: "Es kann auf Dauer kein nachhaltiges Wachstum geben, das durch die endlose Anhäufung von Schulden finanziert wird."

Seit vier Jahre hält die Euro-Schuldenkrise Europa in ihrem Bann. Die Reformen zeigen erste Erfolge, bei manchen Staatenlenker keimt Optimismus auf. Doch für eine Abkehr von der Krisenpolitik ist es noch zu früh, warnt EZB-Präsident Mario Draghi.

Davos - Die Erholung in der Eurozone ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi längst noch nicht robust genug, um die Krisenpolitik der Regierungen und der Notenbank beenden zu können. Die 2012 beschlossenen Maßnahmen zur Konsolidierung der Haushalte und zur Förderung von Wachstum müssten in diesem Jahr entschlossen umgesetzt werden, forderte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, mahnte indes eine Abkehr von allzu starren Sparzielen an. Eine solche Entscheidung müssten europäischen Staaten aber gemeinsam treffen, erklärte Lagarde in Davos. Der Hintergrund ihres Appells: Vor allem in südeuropäischen Ländern bremst der harte Sparkurs die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit steigt, wie zum Beispiel in Spanien und Griechenland, auf immer neue Rekordhöhen.

Zeitpunkt für Krisenpolitik-Ausstieg bleibt auch 2013 offen

Draghi stellte fest, die Lage an den Finanzmärkten habe sich durch die EZB-Politik des billigen Geldes und die Injektion von rund einer Billion Euro in den Bankensektor wesentlich gebessert. Die Banken des Euroraums zahlten der EZB in einer ersten Runde inzwischen deutlich mehr von dieser Krisenhilfe zurück als erwartet. Der Notenbank flossen insgesamt 137,2 Milliarden Euro zu, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Auch wenn die EZB-Hilfen noch immer nicht in ausreichendem Maße bei der Realwirtschaft angekommen seien, müssten die Kredit-Geldhähne irgendwann auch wieder zugedreht werden, betonte Draghi: "Es kann auf Dauer kein nachhaltiges Wachstum geben, das durch die endlose Anhäufung von Schulden finanziert wird." Wann der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik der europäischen Notenbank kommt, bleibt nach seiner Darstellung auch 2013 zunächst offen.

Den europäischen Regierungen bescheinigte Draghi "Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und strukturellen Reformen, die inzwischen erste Früchte tragen". So habe sich die Wettbewerbsfähigkeit in mehreren Ländern gegenüber 2011 verbessert. Jedoch hätten manche Konsolidierungsbemühungen auch zu einer anfänglichen Verringerung des Wachstums geführt. Nötig sei eine kluge Mixtur von gezielten Sparmaßnahmen und öffentlichen Investitionen für mehr Wachstum.

wed/dpa/rtr

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Kampf gegen Deflation
EBZ-Chef Draghi: "Jederzeit bereit, den Druck zu erhöhen"
Negativer Einlagezins der EZB
Commerzbank führt Strafzinsen ein
Präsident Jürgen Fitschen
Bankenverband schließt Strafzins nicht aus
Thomas Piketty bei Sigmar Gabriel
Besuch des Umverteilers

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?