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28.01.2013
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Krieg in Mali
Frankreichs Sorge um Uran aus der Wüste

Von Arvid Kaiser

Nigers Uran: Frankreichs afrikanische Energiequelle
Fotos
AFP

Der Krieg in Mali ist eng verbunden mit der Rohstoffzufuhr für den Atomstaat Frankreich. Im angrenzenden Niger gerät die wichtigste Bezugsquelle für Uran in Gefahr. Die aktuelle Schwäche des Markts für den Nuklearbrennstoff schürt weitere Unruhe in der Region.

Hamburg - Für die Forces Spéciales steht ein neuer Auftrag an. Arlit, Niger, heißt das Ziel. Am Rand der Aïr-Berge sollen die Spezialtruppen drei Uranbergwerke des Areva-Konzerns vor Islamisten und Tuareg-Rebellen schützen, berichten das Magazin "Le Point" und die Agentur Reuters aus Pariser Militärkreisen. Die Republik Niger, die dort schon hunderte eigene Soldaten stationiert hat, muss aber noch zustimmen.

Der Zusammenhang zum Krieg im Nachbarstaat Mali ist unmittelbar. Zwischen Arlit und der malischen Rebellenhochburg Kidal liegen nur Wüste und eine gedachte Staatsgrenze. Schon im September 2010 entführte die Terrorgruppe "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" sieben Menschen aus der Bergbaustadt. Vier Franzosen, ein Ingenieur von Areva Chart zeigen und drei Angestellte des Baukonzerns Vinci Chart zeigen, sind noch immer in Geiselhaft - wahrscheinlich in Nordmali. Selbst die Attacke auf das wesentlich weiter entfernte algerische Gasfeld Amenas ging wohl von Mali aus.

Der Mitte Januar begonnene massive Kriegseinsatz der Franzosen macht die Lage noch gefährlicher. Noch Anfang des Monats hatte Außenminister Laurent Fabius den Familien der Entführten Unterstützung versichert, die inzwischen Verhandlungen mit den Geiselnehmern - also um Lösegeld - fordern. Die Luftangriffe und Bodentruppen sprechen aber eine andere Sprache, ebenso wie der Befreiungsversuch der Forces Spéciales im Januar 2011, der für zwei von Niger nach Mali entführte Franzosen tödlich endete.

Banger Blick auf den Niger

Stadt für Stadt werden die Rebellen aus Zentralmali und inzwischen auch den Großstädten des Nordens vertrieben. Während sich manche Gruppen der bunten Allianz wie die ohnehin erst kürzlich zum Dschihad bekehrte Ansar Din unter dem Eindruck der Rafale-Flieger spalten, drohen andere dem Vorstoß der Franzosen auszuweichen - beispielsweise nach Arlit.

"Es besteht das Risiko, dass islamistische Terrororganisationen ihre Aktivitäten auf den Niger ausweiten", warnt das Auswärtige Amt. Beide Staaten sind ähnlich strukturiert, mit einem agrarischen Machtzentrum am Niger-Strom und schwarzer Bevölkerungsmehrheit im Süden und, Welten entfernt von den südwestlichen Hauptstädten, weiten Einöden im Norden, wo Volksgruppen wie die teils nomadischen Tuareg seit Jahrzehnten an den Rand gedrängt werden.

Seit einem halben Jahrhundert holt Areva von dort den Großteil des Urans, das die für Frankreichs Stromversorgung so wichtigen Atomkraftwerke befeuert. Inzwischen hat der zu knapp 87 Prozent staatliche Konzern ebenso bedeutende Vorkommen in Kanada und Kasachstan erschlossen, was ihm neben den dortigen Partnern Cameco Chart zeigen und Kazatomprom die Position an der Spitze der weltgrößten Uranproduzenten sichert. Die zum russischen Monopolisten Rosatom gehörende Atomredmetzoloto müht sich aktuell, mit der milliardenschweren Übernahme der kanadischen Uranium One Chart zeigen aufzuholen.

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