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22.01.2013
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Japans Notenbank irritiert
Neue Geldschwemme verpufft an der Börse

Sinkende Kurse statt Kursfeuerwerk: Die Bank of Japan hat Tokios Aktienmarkt heute keinen Schub gegeben
REUTERS

Sinkende Kurse statt Kursfeuerwerk: Die Bank of Japan hat Tokios Aktienmarkt heute keinen Schub gegeben

Es war fast ein verzweifelter Versuch, doch die ersten Signale sind bitter für Japans Notenbank: Die Zentralbanker der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft haben erneut Riesensummen in den Finanzkreislauf gepumpt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch an der Börse verpuffte der Großeinsatz.

Die japanische Zentralbank treibt ihre expansive Geldpolitik weiter energisch voran. Zur Bekämpfung des jahrelangen Preisverfalls erhöhte die Bank of Japan (BoJ) am Dienstag ihr mittelfristiges Inflationsziel von 1 auf 2 Prozent. Zudem wollen die Währungshüter das derzeit zeitlich befristete Programm für Anleiherückkäufe durch eines ohne absehbares Ende ersetzen.

Die Notenbank erfüllt damit die entsprechenden Forderungen der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe. Dieser verlangt zur Ankurbelung der stagnierenden Konjunktur und Bekämpfung der jahrelangen Deflation, dass die Zentralbank die Geldschleusen noch viel stärker öffnet - ungeachtet der gewaltigen Staatsverschuldung von bereits 235 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt; BIP). Doch schon das kurzfristige Ergebnis des Großeinsatzes muss ernüchternd für Japans Notenbanker sein.

Die weitere Lockerung der Geldpolitik in Japan hat den Tokioter Aktienmarkt am Dienstag nicht nachhaltig gestützt. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Nikkei Chart zeigen 0,3 Prozent im Minus bei 10.709 Punkten. Bereits vor der Entscheidung der Zentralbank war der Index ins Minus gerutscht, hatte dann aber zeitweise bis auf 10.859 Punkte zugelegt. "Die Maßnahmen der Zentralbank waren mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen, zumindest nicht enttäuschend", sagte Hiroshi Maeba von der Schweizer Großbank UBS Chart zeigen zur neuen Geldflut in Japan. Unangenehmer Nebeneffekt der Aktion: Am Devisenmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier legte der Yen, den die Notenbank und Regierung eigentlich schwächen wollen, zu.

An den anderen wichtigen asiatischen Aktienmärkten spielte die japanische Geldpolitik keine Rolle. Die Indizes konnten sich von der Entwicklung in Japan daher abkoppeln und tendierten überwiegend im Plus. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte um 0,3 Prozent zu.

Zweifel an der Geldflut

Die Maßnahmen der japanischen Notenbank im einzelnen: Die Zentralbanker kündigtem an, die Deflation gemeinsam mit der Regierung bekämpfen zu wollen. Dazu solle die äußerst expansive Geldpolitik entschieden fortgesetzt werden. Der Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren soll künftig unbefristet sein. Die Notenbank will ab Januar des kommenden Jahres monatlich Wertpapiere für 13 Billionen Yen (rund 109 Milliarden Euro) aufkaufen. Eine ähnliche Methode verfolgt die US-Zentralbank. Die Regierung sagte im Gegenzug Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums zu und versprach, sich für die Gesundung der Staatsfinanzen einzusetzen.

Kritiker zeigen sich über Japans Versuch besorgt, die seit Jahren andauernde Deflation nun mit einer uferlosen Geldschwemme ersticken zu wollen. Hier legte der Yen, den die Notenbank und Regierung eigentlich schwächen wollen, zu. Die Rendite für fünfjährige japanische Staatsanleihen fiel auf den tiefsten Stand seit 2003.

Am Markt sorgte vor allem der späte Start des unbefristeten Programms für die Anleihreückkäufe für Ernüchterung. Zudem hatten viele Experten damit gerechnet, dass Regierung und Notenbank das Inflationsziel nur vorübergehend anheben. Dies nährt die Zweifel, ob es Abe tatsächlich gelingt, das Wachstum nachhaltig anzukurbeln. Zumindest die Zentralbank rechnet jetzt mit einem höheren Wachstum als zuletzt. Sie erhöhte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für das am 1. April beginnende Steuerjahr 2013/2014 von 1,6 Prozent auf 2,3 Prozent.

kst/dpa-afx/rtr

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