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23.01.2013
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Drohende Rezession
Kanadas Immobilienmarkt wankt

Aus Vancouver berichtet Markus Gärtner

Bauprojekt in Toronto: Immobilienkäufe gehen seit Monaten zurück
REUTERS

Bauprojekt in Toronto: Immobilienkäufe gehen seit Monaten zurück

Der US-Immobilienmarkt erholt sich langsam, aber stetig. Doch jetzt droht die nächste Blase zu platzen, im Nachbarland Kanada. Nach einem enormen Preisschub ist die Nachfrage jetzt eingebrochen. Dies alarmiert Makler und schürt die Angst vor einer Rezession.

Vancouver - Robert Shiller, der Mann der den Immobilien-Crash in den USA vorhersagte, hat schon wieder eine düstere Vorahnung. Diesmal mit Blick nach Norden, zum Nachbarn Kanada. "Ich mache mir Sorgen, dass wir dort eine Zeitlupen-Version von dem erleben, was wir in den USA gesehen haben." Das sagte Shiller nur ein paar Wochen bevor der Maklerverband in Toronto für den Dezember einen Rückgang der Häuserverkäufe von 19,5 Prozent im Jahresvergleich meldete.

Vor wenigen Tagen fasste dieser Verband das Jahr 2012 so zusammen: "Historisch hatten wir ziemlich viele Transaktionen, aber die starken Zuwächse aus den ersten sechs Monaten wurden im zweiten Halbjahr durch Rückgänge mehr als ausgeglichen." Im Klartext: Seit dem Sommer erlebt der Markt eine Rutschpartie. Und die scheint sich in diesen Wochen bedenklich zu beschleunigen. In Vancouver summierte sich der Einbruch bei den Hausverkäufen im Dezember auf 31,1 Prozent zum Vorjahr. Allein zum Vormonat November wurde der Einbruch mit 32 Prozent veranschlagt.

In der Finanzhauptstadt des Ahornlandes, in Toronto, gehen jetzt seit neun Monaten die Verkäufe zurück. Das hat es noch nie gegeben. In der schicken Westside von Vancouver - dem Reichenviertel von Holzbaronen, eingewanderten chinesischen Millionären und betuchten Immobilienmaklern - sind derzeit 700 Häuser für jeweils über eine Million Dollar auf dem Markt. Doch im Dezember wurden lediglich 49 verkauft.

Das Angebot reicht aktuell also 14 Monate. Und dabei hat die überlichweise aktive Frühlingssaison noch gar nicht begonnen. Einfamilienhäuser verlieren in der Stadt am Pazifik nach Schätzung des einflussreichen Immobilien-Bloggers Garth Turner seit dem vergangenen April jeden Monat ein Prozent an Wert. Das sieht ganz nach dem Zeitlupen-Crash aus, von dem Robert Shiller sprach.

Schwächeanfall auch in der Ölsand-Provinz

Sogar in Edmonton, der Hauptstadt der boomenden Ölsand-Provinz Alberta, erleidet der Markt einen Schwächeanfall. Die Dezemberverkäufe lagen dort 17 Prozent unter Vorjahr, und 31 Prozent unter dem Wert vom November. In der Immobilienwirtschaft und bei den Banken versucht man, den Markt zu beruhigen.

"Die Verkaufsaktivität hat landesweit nicht das Momentum wie vor einem Jahr", sagt der Chefökonom bei der Canadian Real Estate Association, Gregory Klump. Schön gesagt. Und der Ökonom Sal Guatieri bei der Investmentbank BMO Capital Markets veranschlagt den erwarteten Preisrückgang in Vancouver für 2013 auf lediglich 5 Prozent.

Doch selbst er macht sich Sorgen: "Nirgends ist der Immobilienmarkt schwächer als in British Columbia, aber die Verkäufe liegen deutlich unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre, und während die Verkäufe um 31 Prozent fielen, sanken die Preise nur um 3 Prozent." In den Medien hört sich die Bestandsaufnahme deutlich pessimistischer an. Im landesweiten Radio der Canadian Broadcasting Corporation wurde kürzlich über die "Condo-Angst" in Toronto und über "erbärmliche Zahlen" in Vancouver berichtet.

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