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18.12.2012
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Zeitenwende
Gestandene Industrie plündert das Silicon Valley

Von Markus Gärtner

Fieberhafte Suche: Die Industrie erobert das Silicon Valley
Fotos
CORBIS

Im Silicon Valley schlägt die Industrie zurück: Konzerne plündern die Tech-Schmieden auf der Suche nach Software-Ingenieuren. Denn jetzt werden Industriemaschinen mit dem Internet verknüpft. Der Siegeszug der Software beschwört das "industrielle Internet" herauf.

Kalifornien/USA - General Motors durchkämmt Kalifornien nach IT-Leuten. Der Mischkonzern General Electric heuert zahlreiche Systemarchitekten und Datenspezialisten im Silicon Valley an. Auch Wal-Mart, Amerikas größter Retailer, bedient sich in Kaliforniens IT-Schmieden. Und das Ziel der Begierde der Wal-Mart-Manager steht stellvertretend für einen neuen Trend.

Die Retail-Kette mit ihren 4000 US-Läden ist fieberhaft auf der Jagd nach Software-Ingenieuren und kauft zudem Start-Ups, um die E-Commerce-Sparte gegen wachsende Konkurrenz von Amazon Chart zeigen zu positionieren. Dafür sollen auch in Windeseile die nötigen Suchfunktionen und Apps gestrickt werden. Ganz klar: Gestandene US-Firmen aus der "old Economy" und deren internationale Mitstreiter haben begonnen, die Talentschmieden des Silicon Valley zu plündern. Nie war der Run so groß wie derzeit - doch warum?

Hinter der groß angelegten Headhunting-Attacke auf Amerikas Tech-Mekka stehen im wesentlichen drei große Trends: Der Siegeszug der Software in der Industrie ist einer. Große Datenberge, die für neue Geschäftsideen ausgebeutet werden sollen, ist der zweite. Und schließlich: Die Vernetzung industrieller Geräte und Maschinen mit dem Internet. Das ist ein Megatrend, den General Electric Chart zeigen in einer viel beachteten Konferenz kürzlich als das "industrial Internet" bezeichnete.

General-Electric-Chef Jeff Immelt nennt ein Beispiel für diese Entwicklung, die sich von Triebwerken über medizinische Scanner bis hin zu Kraftwerken erstreckt : "Wir warten Tausende von Triebwerken jeden Tag, aber unsere Techniker wissen erst nach der Landung des entsprechenden Flugzeugs, was zu tun ist - in der Zukunft wird das digital ablaufen, wenn der Flieger landet, sind wir schon voll im Bilde."

Datenberge werden zu Goldminen

Der vielleicht größte Treiber ist die explosive Ausbreitung der Software für inzwischen fast sämtliche industriellen Anwendungen. Software macht derzeit rund ein Viertel aller privaten Anlageinvestitionen von US-Firmen aus, sagt der Erfolgsautor Bret Swanson, von dem die Analyse "Soft Power" stammt. Mehr noch: Die Zahl der Apps, die effizienzsteigernde Anwendungen mit industriellen Maschinen erlauben oder nützliche Funktionen mit Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets bieten, ist binnen weniger Jahre weltweit von nahezu Null auf 60 Milliarden Dollar gestiegen, sagt Swanson.

Unternehmen, die wissen wollten wie ihre Kunden die verkauften Geräte einsetzen, mussten sich bis vor Kurzem auf Meinungsforscher und Analysefirmen verlassen. Hierfür wurden Befragungen unter ausgewählten Kunden durchgeführt. Doch immer mehr langlebige Konsumgüter und Kommunikationsgeräte erfassen Benutzungsdaten und geben sie an die Hersteller zurück.

Große Datenberge türmen sich auf, die wie eine Goldmine ausgebeutet und für neue Anwendungen genutzt werden können. Pkw, deren Scheibenwischer bei einsetzendem Regen automatisch angehen, können einer Datenzentrale Informationen liefern, die sich zu Wetteranalysen bündeln und verkaufen lassen - zum Beispiel für Sportflieger, Flughäfen oder Landwirte. Das Internet und die Datenspeicher von Herstellern sind voll von Daten: Marketingkanäle, elektronische Bezahlsysteme, Smartphones, Kundenplattformen im Internet sind nur einige davon.

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