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12.12.2012
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Millionenverluste
Anleger planen Gemeinschaftsklage gegen NordLB

Von Christoph Rottwilm

Zankapfel: Das MS "Maple Lea" von Auerbach Schifffahrt hieß zuvor MS "Pride of Paris" und steht im Zentrum des Streits zwischen Anlegern und der NordLB
Auerbach Schifffahrt

Zankapfel: Das MS "Maple Lea" von Auerbach Schifffahrt hieß zuvor MS "Pride of Paris" und steht im Zentrum des Streits zwischen Anlegern und der NordLB

2. Teil: 500.000-Euro-Einsatz lässt auf Millionen hoffen

Kein unerheblicher finanzieller Schaden also auf Seiten der Fondsgesellschafter. Verantwortlich machen sie dafür vor allem die NordLB. Der Vorwurf: Die Bank habe die Darlehen fällig gestellt, obwohl die Fonds hätten weitergeführt werden können. Sowohl dafür erforderliches frisches Kapital als auch eine neue Bereederungsgesellschaft für beide Schiffe hätten bereit gestanden.

Ein Sprecher der NordLB wies die Vorwürfe gegenüber manager magazin online als haltlos zurück, wollte sich aber unter Verweis auf das Bankgeheimnis zu Details nicht äußern. Erst vor wenigen Tagen musste die Bank wegen problematischer Schiffskredite einen massiven Gewinneinbruch melden.

Auf Seiten der Anleger wurde indes bereits eine Gesellschaft namens "Interessengemeinschaft Pride Schiffe UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG" gegründet, die beiden Schiffsfonds die Rechte an den Frachtern abkaufen und daraufhin den Rechtsweg beschreiten soll.

50.000 Euro Kaufpreis, 500.000 Euro Einsatz

Zu dem Zweck benötigt die Gesellschaft allerdings Geld. Die Initiatoren rechnen damit, dass das gesamte Vorhaben inklusive des Gangs durch mehrere Instanzen insgesamt bis zu 500.000 Euro verschlingen könnte. Die sollen nun in den kommenden Wochen von Investoren eingezahlt werden, wobei die Anleger der Pride-Fonds bei der Zeichnung ein Vorrecht haben. Nimmt jeder Anleger entsprechend seines Fondsanteils teil, so lässt sich errechnen, dann ergibt sich für ihn ein Aufwand von knapp 2,8 Prozent seines einst eingezahlten Eigenkapitals.

Bevor geklagt werden kann, muss die Interessengemeinschaft allerdings zunächst den Fondsgesellschaften, vertreten durch deren Insolvenzverwalter, die Rechte an den Schiffen abkaufen. Eingeplant ist dafür ein Kaufpreis von jeweils 50.000 Euro, der bereits durch die Gläubigerversammlungen der Schiffe abgesegnet wurde.

50.000 Euro Kaufpreis, 500.000 Euro Einsatz - bei einem erhofften Schadensersatz in Millionenhöhe können diese Summen zweierlei signalisieren: Entweder eine ordentliche Renditechance oder geringe Erfolgsaussichten, je nach Perspektive.

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