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15.11.2012
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Elizabeth Warren
Die schärfste Waffe gegen die Wall Street

Von Markus Gärtner

Elizabeth Warren: Feindbild Nummer eins der Wall Street
Fotos
dapd

Vor einem Jahr blieb Elizabeth Warren der Chefposten der neuen Behörde für Verbraucherschutz verwehrt. Jetzt kehrt die Wall-Street-Kritikerin mit dem Votum der Wähler bewaffnet in die Hauptstadt zurück. Im Bankenausschuss könnte sie Obamas Finanzmarktreformen einen neuen Schwung verleihen.

Hamburg - Im Internet ist sie eine Art politischer Popstar. In akademischen Kreisen gilt sie als begnadete Insolvenzexpertin. Im Bankenausschuss des US-Senats ist sie Feindbild Nummer eins: Die Harvard-Professorin Elizabeth Warren zieht in dieser Woche als gewählte Senatorin aus Massachusetts in Washington ein. Sie schlug ihren republikanischen Gegner Scott Brown in der vorigen Woche um Längen.

Am Mittwoch traf sie zu einer mehrtägigen Orientierungstour in der Hauptstadt ein und schlenderte umgehend durch die Marmorkorridore des Capitols zwischen Ölgemälden historischer Politiker und Büsten früherer Präsidenten. Warren gilt schon jetzt als ein neuer Star im Kongress, bevor sie als Senatorin überhaupt vereidigt wurde. Sie hat das Parlament von allen Seiten kennen gelernt: Als Expertin, die in juristischen Ausschüssen zu Finanzfragen und Rechten der Konsumenten angehört wurde. Als Lobbyistin für wichtige Gesetze. Und als Kandidatin für das "Consumer Financial Protection Bureau", die neue Behörde für den Schutz der US-Verbraucher.

Das war vor etwas mehr als einem Jahr. Obama wollte Warren an die Spitze der neuen Behörde setzen, traute sich aber am Ende wegen des vehementen Widerstands der Republikaner und der Wall Street nicht, Warren überhaupt zu nominieren. Der größte Widerstand kam aus dem Bankenausschuss. Jetzt könnte sie dort sogar als Mitglied einziehen. Viele halten Warren wegen ihres Werdegangs als Konsumentenadvokatin für eine ideale Kandidatin. Der Chef der demokratischen Mehrheitsfraktion, Harry Reid, wird erst Anfang 2013 die Sitze in den Ausschüssen verteilen.

Warren könnte ähnliche Karriere wie Hillary Clinton erwarten

Doch schon jetzt überschwemmen Twitter-Plädoyers das Internet, weil das liberale Blog "Daily Kos" eine Petition gestartet hat, um Warren in den Ausschuss zu befördern. Der zweithöchste Demokrat im Bankenausschuss, Jack Reed aus Rhode Island, scheint dafür zu sein: "Ich kann mich an niemanden erinnern, der mit 30 Jahren Facherfahrung in den Senat kommt und dazu noch an der Formulierung der Finanzmarktreform mitgewirkt hat", sagt Reed. Warren kehrt mit der Wucht eines Bumerangs zurück und könnte eine der schärfsten Waffen der Linken gegen die Wall Street werden.

Nicht nur das: Den Status als Juniorsenatorin könnte sie gleich zu Beginn überspringen, wenn ihr Parteifreund aus Massachusetts, Senator John Kerry - wie einige vermuten - zum Außenminister im neuen Kabinett Obama aufsteigt. Schon wird in Washington geflüstert, dass die wortgewaltige und angriffslustige Warren den Weg von Hillary Clinton einschlagen könnte. Clinton war 2000 ebenfalls mit einem bekannten Namen in den Senat eingezogen. Doch Clinton suchte von Anfang an den Kontakt zu erfahrenen Kollegen, um einflussreiche Seilschaften zu bauen. Von Warren erwarten dagegen nicht wenige, dass sie genauso gut einen Kreuzzug gegen die Konservativen starten könnte.

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