Dienstag, 19. März 2019

US-Präsidentenwahl Obamas Triumphzug begann in Michigan

Vier weitere Jahre: US-Präsident Obama ist wiedergewählt

Barack Obama ist wiedergewählt. Sein Siegeszug begann in Michigan, wo die Autoindustrie enorme Staatshilfen bekommen hat. Im Kongress droht jedoch erneut eine Blockade. Die Republikaner haben derweil schon die Schuldigen für die Niederlage gefunden.

Die Wahlnacht war der versprochene "Nailbiter", wie die Amerikaner sagen, ein Auszähl-Krimi zum Nägelkauen. Auch nach Auswertung von 89 Prozent der Stimmen im strategisch wichtigen Staat Florida hatte Obama lediglich 16.000 Stimmen Vorsprung. Er lag mit Romney 50:50 Prozent exakt auf Augenhöhe. Alles roch nach einem quälend langen Wahlabend.

Doch dann kam die Nachricht vom Wahlsieg des Amtsinhabers durch den Sender NBC. Obama hatte zu diesem Zeitpunkt 274 der 270 benötigten Wahlmännerstimmen erreicht, obwohl er vom Wahlvolk bis dahin lediglich 48 Prozent der Stimmen bekam, gegenüber 50 Prozent für Romney. Bereits drei Stunden nachdem die ersten Wahllokale im Osten der USA geschlossen hatten, roch es erstmals nach einem möglichen Wahlsieg von Obama.

Obamas Siegeszug begann an dem langen Wahlabend im Schlüsselstaat Michigan, wo seine Bailouts für die Autoindustrie mit insgesamt 80 Milliarden Dollar in der Großen Rezession offenbar geholfen haben. Dann konnte sich Obama im Hauptquartier in Chicago über Nachrichten aus Pennsylvania freuen. Ein schwerer Schlag gegen Herausforderer Mitt Romney am Ende der sechs Milliarden Dollar teuren Wahlschlacht.

Wenig später schlug Obama in Wisconsin zu. Schließlich gewann er auch Massachusetts mit 11 Wahlmännern. Romney war dort von 2003 bis 2007 Gouverneur gewesen. Als Obama um 22 Uhr Ortszeit in New York mit Michigan, Pennsylvania und Wisconsin drei wichtige Wackelstaaten auf dem Konto hatte, begannen im Wirtschafts-Sender CNBC aufgeregte Diskussionen über die Schlüsselthemen für seine zweite Amtszeit.

Der Kongress bleibt gespalten: "Wir stehen da, wo wir schon waren"

Am Empire State Building in New York wurde nun öfter die Farbe blau für Obamas Demokraten angezeigt, die Spitze der Hochaus-Ikone von New York erstrahlte dagegen seltener in rot, der Farbe der Republikaner von Herausforderer Mitt Romney. Gleichzeitig gaben die Futures für den Dow Jones Index an der Wall Street nach.

Entsprechend fielen die Kommentare in den führenden US-Medien aus: "Wir haben sechs Milliarden verpulvert, und jetzt stehen wir wieder da, wo wir schon waren, mit einem Präsidenten Obama und einem Repräsentantenhaus, das die Republikaner beherrschen", lautete das erste Fazit von David Gergen, der im Weißen Haus für mehrere Präsidenten gearbeitet hat.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar: Die Republikaner werden auch künftig die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen, die Demokraten konnten zwei Sitze im Senat hinzugewinnen. Obama, so die ersten Einschätzungen in der Wahlnacht, hat es besser als sein Kontrahent verstanden, die für sich wichtigen Wählergruppen zu mobilisieren: Afro-Amerikaner, Minderheiten und Frauen. Auf Republikanischer Seite wurde zunächst der Monster-Sturm Sandy für die Niederlage von Romney verantwortlich gemacht.

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung