Dienstag, 17. Oktober 2017

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Tablet-Markt Das Strategie-Patt zwischen Apple, Amazon und Co.

5. Teil: Microsoft: Die Hybrid-Strategen

Verdient mit der Software auf den Tablets Geld: Microsoft

Geschäftsmodell: Microsoft Börsen-Chart zeigen erwirtschaftet seine Gewinne bis heute im Wesentlichen mit klassischer Installations-Software, allen voran mit dem Betriebssystem Windows und dem Bürosoftwarepaket Office. Darüber hinaus hat sich Microsoft stark im Firmenkundengeschäft etabliert, wo der Konzern untere anderem Server-Produkte anbietet.

Strategie: Microsoft-Chef Steve Ballmer stellt sein Unternehmen derzeit neu auf. Wobei der CEO die Entwicklung weg vom PC-abhängigen Konzern hin zu einem auf allen Geräten vertretenen Unternehmen anstrebt - seien es Smartphones, Tablets, PCs oder die an den Fernseher angeschlossene Spielekonsole "Xbox".

Im Mittelpunkt dieser Strategie steht dabei zunächst das neue Betriebssystem Windows 8. Es soll künftig zwei Lebenswelten miteinander verbinden: Arbeit und Büro auf der einen, Freizeit und Sofa auf der anderen Seite.

Um sich so im Tablet-Markt zu etablieren, baut Microsoft derzeit als erstes Standbein ein Ökosystem auf, das es mit jenen von Apple (iOS, Appstore, iTunes), Google (Android, Google Play) und Amazon (Amazon App-Shop, Amazon MP3) aufnehmen soll.

Zu diesem Zweck haben die Redmonder beispielsweise in der vergangenen Woche den iTunes-Konkurrenzdienst "Xbox Music" freigeschaltet, mit dem künftig übergreifend auf allen mit Windows betriebenen Geräten Musikstücke heruntergeladen oder online per Stream gehört werden können. Um schnell eine kritische Anzahl an Apps für das neue Betriebssystem verfügbar zu machen, hat Microsoft darüber hinaus viel Geld in die Fortbildung von allein in Deutschland rund 4.500 Entwicklern gesteckt. Anders als die Wettbewerber Google und Apple, lockt Microsoft zudem mit einem vergleichsweise niedrigen Revenue-Share. Fordern Apple und Google bei ihren Entwicklern jeweils 30 Prozent der mit Apps erzielten Umsätze ein, sind es bei Microsoft Branchenkennern zufolge nur zwischen 10 und 20 Prozent.

Zweites Standbein der neuen Strategie ist indes das Office-Paket von Microsoft. Denn bislang verfügt keiner der Konkurrenten über eine vergleichbare Bürosoftware für Smartphones oder Tablets. Was auch daran liegt, dass Microsoft selbst bislang keine Anstalten gemacht hat, sein Office-Paket für iPads und Android-Tablets anzubieten. So lassen sich Word-, Powerpoint- oder Excel-Dokumente praktisch nicht fehlerfrei auf die mobilen Apple- oder Google-Geräte bearbeiten. Die Idee dahinter: Microsoft hofft auf die große Zahl jener, für die wegen des Quasimonopols des Konzern in der Bürosoftware ein Bedarf besteht, Dokumente auch geräteübergreifend zu nutzen.

Ob die Strategie des Softwarekonzerns aufgeht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sollte Microsoft tatsächlich im Geschäft mit mobilen Geräten Fuß fassen, stünde wohl noch ein weiterer Sieger fest: Samsung Börsen-Chart zeigen.

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