Dienstag, 12. Dezember 2017

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Tablet-Markt Das Strategie-Patt zwischen Apple, Amazon und Co.

2. Teil: Apple: Die Verteidigungskünstler

Verdient vor allem mit dem Geräteverkauf Geld: Apple

Geschäftsmodell: Apple Börsen-Chart zeigen verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf seiner iPhones, iPads und Computer. Allein im vergangenen Quartal verkaufte das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino 4 Millionen Macbooks, 17 Millionen iPads und 26 Millionen iPhones. Mit seinen Download-Plattformen, dem iTunes Store und dem App Store, erwirtschaftet der Konzern indes bislang nur einen Bruchteil jener Gewinne, die ihm die Hardware-Verkäufe einbringen. Bislang wurde diese Erträge nicht einmal gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Strategie: Dass dies so ist, hängt mit der bisherigen Strategie Apples zusammen. Denn schon zu seiner Einführung im Jahr 2003 war der iTunes Store für Steve Jobs lediglich Mittel zum Zweck. Der Apple-Gründer nahm in Kauf, dass er den großen Musiklabels praktisch alle Umsätze überlassen musste. Denn nur so konnte er den Preis pro Song-Download auf rund einen Euro drücken.

Die Idee dahinter: Apple verzichtete auf Marge und verdiente sein Geld stattdessen mit dem Verkauf seiner iPods. Ebenso verfuhr das Unternehmen nach der Einführung des iPhones im Jahr 2007 mit dem App Store.

Laut einer Einschätzung des US-Analysten Horace Dediu verursachten iTunes Store und App Store im Jahr 2010 rund 1,3 Milliarden Euro an Betriebskosten. Dem standen Dediu zufolge Einahmen in Höhe von 3,76 Milliarden Dollar gegenüber. Der Cashflow indes floss nach Einschätzung des Analysten vor allem in den Ausbau der Rechenzentren Apples. Kurzum, Gewinne waren bis dato nicht vorgesehen.

Dass Apple eines Tages den Hebel umlegt und die Gewinne aus dem Verkauf von Musik, Spielen oder Filmen zu einer tragenden Säule des Geschäftsmodells werden, dafür spricht vieles. Unter anderem die Entscheidung, das iPad mini auf den Markt zu bringen. Wobei Apple mit der Einführung des kleinen Tablets drei Ziele verfolgen dürfte:

Erstens erschließt sich der Konzern mit dem kleinen Tablet neue Zielgruppen. So wurde das neue Gerät schon vor seiner Einführung von Analysten als Handtaschen-iPad bezeichnet. Und auch auf den Gebrauch im Schulunterricht dürfte Apple mit dem kleinen und günstigeren iPad abzielen.

Zweitens zementiert Apple jenseits des Premium-Segments durch das iPad mini seinen Marktanteil im Tablet-Markt, der derzeit bei rund 60 bis 70 Prozent liegt. Einen ähnlichen Weg der Marktanteilssicherung geht der Konzern bereits mit dem Verkauf seiner älteren iPads und iPhones, die mittlerweile mit den Einstiegsmodellen der Wettbewerber konkurrieren.

Dass Apple nicht mehr nur auf das Premium-Segment setzt, sondern auf einen größeren Marktanteil, deutet darauf hin, dass der Konzern künftig stärker auf das Geschäft mit App Store und iTunes Store abzielt. Zumal der Innovationsvorsprung von iPhone und iPad mit jeder neuen Generation der Geräte kleiner wird. Dass dies so ist, daran hat vor allen ein Unternehmen einen besonderen Anteil: Google Börsen-Chart zeigen.

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