Europäische Unionmanager magazin RSS  - Europäische Union

Alle Artikel und Hintergründe


09.09.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Euro-Krise
Muss Slowenien unter den Rettungsschirm?

Sloweniens Premier Janez Jansa: Vom Musterschüler zum Pleitewarner
AP

Sloweniens Premier Janez Jansa: Vom Musterschüler zum Pleitewarner

Das kleine Alpen-Adria-Land Slowenien könnte der nächste Kandidat für den Euro-Rettungsschirm sein. Der Regierung geht das Geld aus, fast ein Fünftel aller Bankkredite sind vom Ausfall bedroht. Nach Ansicht von Experten dürften Hilfen noch in diesem Jahr unabdingbar sein.

Ljubljana/Belgrad - Vom Musterschüler zum nächsten Staat unter dem Euro-Rettungsschirm? Das kleine Slowenien mit nur zwei Millionen Einwohnern ist hin- und hergerissen. Regierungschef Janez Jansa malte die Pleite schon im Oktober an die Wand.

Finanzminister Janez Sustersic sagte jetzt: wir können es schaffen, wenn wir Reformen umsetzen. Doch die Reform des Rentensystems und des Arbeitsmarktes sowie der Rückzug des Staates aus den vielen Firmen des Landes ist durch den Streit der Parteien blockiert.

Besser sind die Aussichten nach Darstellung der heimischen Medien bei der Sanierung des maroden Bankensektors, ebenfalls einer der großen Baustellen zur Verhinderung des Staatsbankrotts. Im Mittelpunkt steht die Nova Ljubljanska Banka (NLB) mit ihrem 64-prozentigen Staatsanteil. Das Finanzministerium beziffert die faulen Kredite nach eingehender Prüfung des Instituts auf 1,5 Milliarden Euro. Auch die ebenfalls staatliche NKBM-Bank in Maribor und die teilstaatliche drittgrößte Abanka mit offiziell 600 Millionen Euro notleidenden Krediten sind in Schieflage.

18 Prozent aller Bankkredite von Ausfall bedroht

Rund 18 Prozent aller Bankkredite im Land sollen von Ausfall bedroht sein, im eingebrochenen Bausektor sogar 50 Prozent. Die Sanierung ist schwierig, weil in der aktuellen Finanzkrise internationale Investoren zur Übernahme von Staatsanteilen an den Geldhäusern nicht gerade Schlange stehen. Die Ratingagentur Moody's hat errechnet, dass Slowenien etwa acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zur Gesundung seiner Banken aufwenden muss. Andere Schätzungen von heimischen Wirtschaftsexperten gehen bis zu knapp 20 BIP-Prozent.

Im Sommer hatte der Staat den maroden Banken noch frisches Geld zuschießen können, doch wegen der leeren Staatskassen ist dieser Weg in Zukunft versperrt. Zehnjährige Staatsanleihen Sloweniens wurden zuletzt mit einem Zinssatz von 6,95 Prozent gehandelt, in der Spitze sogar schon knapp über sieben Prozent. Daher hat Finanzminister Sustersic in der letzten Woche angekündigt, auf den US-Finanzmarkt auszuweichen. Im Herbst wolle Slowenien eine zehnjährige Anleihe im Wert von 1,5 Milliarden Dollar begeben.

Die US-Notenbank Fed glaubt jedoch nicht, dass in den USA günstigere Zinssätze als in Europa zu erzielen sind. Dazu komme noch das Wechselkursrisiko einer Dollaranleihe, sagte der aus Slowenien stammende Fed-Ökonom Egon Zakrajsek vor wenigen Tagen der österreichischen Agentur APA. Daher sieht der stellvertretende Leiter des Geldpolitik-Abteilung der US-Notenbank auch generell schwarz. "Die Chance, dass Slowenien es ohne internationale Hilfe schafft, ist praktisch null", sagte Zakrajsek weiter: "Es ist nur schwer zu sagen, ob es im Oktober oder November so weit sein wird".

krk/dpa

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Haushaltsentwürfe abgesegnet
Frankreich und Italien entgehen Defizit-Eklat
Wirtschaftliche Entwicklung
Europa - der zerstückelte Kontinent
Gipfel in Brüssel
EU-Gegner schäumen - Brüssel verlangt Milliarden von London
Masuren
Historie in himmlischer Natur

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?