Montag, 17. Dezember 2018

Branchenvergleich Frankreich gegen Deutschland

10. Teil: Stahl: Thyssen-Krupp vs. Vallourec

Frankreich vs. Deutschland: Ein Unentschieden bringt das Schlussergebnis 5:8
Gemeinsam haben Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger und Vallourec-Lenker Philippe Crouzet, dass ihre Unternehmen eine DNA besitzen, die einmal aus Stahl bestand. Beide sind nach wie vor dem Stahlgeschäft verbunden, aber auf gänzlich unterschiedliche Weise - ihr Vergleich zeigt, wie unterschiedlich beide Unternehmen auf die großen Krisen der europäischen Stahlindustrie reagiert haben.

Vallourec wählte die Variante "klein, aber fein": Crouzet und seine Vorgänger machten das Unternehmen (Umsatz zuletzt gut vier Milliarden Euro) zum Weltklassespezialisten für Stahlröhren. Die kaufen besonders gern Öl- und Gaskonzerne sowie die Autoindustrie bei Vallourec. Diese Kunden investieren viel, wenn Ihre Branchen boomen, stutzen aber auch die Ausgaben stark, sobald es bergab geht. Darunter leidet Vallourec. Ausgleichen kann der Konzern das allerdings zumindest teilweise durch seine globale Präsenz. Brasilien, Nigeria, China, Indonesien, USA: Als einer der wenigen französischen Industriekonzerne ist Vallourec wirklich weltweit präsent.

Thyssen-Krupps Börsen-Chart zeigen Lösung auf die Stahlkrisen hieß "Diversifikation und Größe". Nach Umsatz ist Hiesingers Konzern zehnmal so groß wie Crouzets. Aber er hat derzeit auch - gefühlt - zehnmal größere Probleme. Die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA haben Thyssen-Krupp Milliardenverluste eingebracht. Nun versucht Hiesinger, das Portfolio, das zu Beginn seiner Amtszeit vor gut einem Jahr von Stahlblechen über Aufzüge und Industrieanlangen bis zu Werften reichte, zu lichten. Teile des Stahlgeschäfts hat er schon verkauft, ebenso die Werften. Das soll erst der Anfang sein. Immer wieder wurde zuletzt gar spekuliert, ThyssenKrupp könne beizeiten mit Siemens Börsen-Chart zeigen zusammen gehen. Die ThyssenKruppianer dementieren das allerdings hartnäckig.

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