Montag, 17. Dezember 2018

Reformen angemahnt Weltbank fordert freie Marktwirtschaft in China

Weltbank-Chef Zoellick: "Unsicheres globales Umfeld"

Staatlichen Einfluss zurückfahren, Märkte öffnen: Weltbank-Chef Zoellick plädiert für eine "neue Entwicklungsstrategie" im Reich der Mitte. Nur so könne ein Heißlaufen des Wachstumsmotors verhindert werden.

Peking - Tiefgreifende marktwirtschaftliche Reformen seien notwendig, um langfristig Wirtschaftswachstum wahren zu können, heißt es im "China 2030" genannten Bericht, den Weltbank-Präsident Robert Zoellick am Montag in Peking vorstellte. Nach drei Jahrzehnten mit rund zehn Prozent Wachstum brauche China eine "neue Entwicklungsstrategie".

Die dominierende Rolle der Staatsunternehmen müsse zurückgefahren werden, heißt es in dem Bericht weiter. Mit der Förderung des freien Marktes solle eine mögliche Krise verhindert werden. Das steht im Gegensatz zur Strategie Pekings der vergangenen Jahre, der zufolge Staatsunternehmen in verschiedenen Bereichen vom Bankwesen bis zu Technologie eine Führungsrolle spielen.

Der Privatsektor müsse stattdessen gestärkt, die Märkte weiter geöffnet und die Land-, Arbeits- und Finanzpolitik reformiert werden, heißt es in dem Bericht. Der Urheberrechtsschutz müsse verbessert, Umweltschutz als "grüner Motor" vorangetrieben werden. Die Weltbank fordert auch gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen und Arbeitsplätzen.

Der Bericht werfe einige "ernste Fragen" auf, so Zoellick. "Hinzu kommt, dass das globale Umfeld auf absehbare Zeit unsicher und sprunghaft bleiben wird, wodurch die Notwendigkeit für Veränderung noch größere Bedeutung gewinnt." Der Bericht der Weltbank wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung des chinesischen Staatsrates erstellt.

ts/dpa/apd

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