Dienstag, 11. Dezember 2018

Case-Shiller-Index US-Häusermarkt bleibt am Boden

Markt am Boden: Hauspreise in US-Metropolen
DPA

Der Billionen-Dollar-Markt bleibt unter Druck: Die Hauspreise in den USA sind im Juni leicht gefallen. Im Jahresvergleich sind Häuser in den 20 US-Metropolen sogar durchschnittlich 4,5 Prozent günstiger geworden. Ohne eine deutliche Erholung der Hauspreise wird die US-Wirtschaft kaum Tritt fassen.

New York - In den 20 größten Ballungsgebieten der USA seien die Preise im Juni bereinigt um 0,1 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das private Institut S&P/Case-Shiller am Dienstag in New York mit. Volkswirte hatten einen unveränderten Wert prognostiziert.

Auf Jahressicht, also im Vergleich zum Juni 2010, sanken die Hauspreise um 4,5 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang um 4,6 Prozent prognostiziert. Im Vormonat waren sie noch um revidiert 4,6 Prozent gefallen.

Der US-Immobilienmarkt ist seit der Finanzkrise stark unter Druck. Eine nachhaltige Erholung zeichnete sich bis zuletzt nicht ab. An der Börse waren die Zahlen des Case-Shiller-Instituts so erwartet worden: Die US-Futures und der Dax konnten ihre Verluste nach Bekanntgabe der Daten sogar ein wenig reduzieren.

Immobilienvermögen der US-Bürger um rund ein Drittel geschrumpft

Wie stark der schwache Immobilienmarkt Amerikas Wirtschaft belastet, zeigen Daten der Notenbank Federal Reserve. Zuletzt belief sich das Immobilienvermögen der privaten Haushalte auf 16,1 Billionen Dollar, 6,6 Billionen Dollar oder 30 Prozent weniger als noch 2006.

Sogar im Vergleich zum bisherigen Tiefpunkt 2009 haben die Häuser der Amerikaner nochmals an Wert verloren - und das landesweit, nicht nur in den größten Metropolen. Die Hypothekenschulden dagegen sind mit rund 10 Billionen Dollar noch genauso hoch wie vor fünf Jahren.

Immobilien sind trotz der Verluste nach wie vor die wichtigste Vermögensklasse, noch vor Pensionsfonds, Aktien und Spareinlagen. Daher drückt der Verfall der Hauspreise direkt auf den Konsum und belastet so die US-Konjunktur. Das Platzen der Immobilienblase seit 2006 gilt als Hauptauslöser für die Finanzkrise und die weltweite Rezession der vergangenen Jahre.

Überblick: Entwicklung der Hauspreise in den US-Metropolen

(mit Material von dpa und ap)

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