Samstag, 16. Februar 2019

Schwaches Wachstum Großbritannien bleibt in der Schuldenfalle

Gespannte Lage: Premier David Cameron und Ex-Premier Margaret Thatcher (als Puppen während einer Kundgebung in London) stehen für viele Briten als Sinnbild für die schmerzhaften "Cuts"
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Gespannte Lage: Premier David Cameron und Ex-Premier Margaret Thatcher (als Puppen während einer Kundgebung in London) stehen für viele Briten als Sinnbild für die schmerzhaften "Cuts"

Großbritannien kommt nicht aus der Negativ-Spirale heraus - ausgelöst durch hohe Schulden und schwaches Wirtschaftswachstum. Auch die Inflationsrate ist mit 4,2 Prozent Besorgnis erregend.

London - Im zweiten Quartal 2011 stieg die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 0,2 Prozent, teilte die nationale Statistikbehörde (ONS) am Dienstag in London mit. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung immerhin noch um 0,5 Prozent gestiegen.

Die Neuverschuldung nahm in den ersten drei Monaten (April bis Juni) des Finanzjahres 2011/2012 nur um 0,4 Milliarden auf 39,2 Milliarden Pfund ab. Damit bleibt das Haushaltsdefizit weiter extrem hoch. Auch die Inflationsrate liegt mit 4,2 Prozent deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent.

Statistikbehörde: Königliche Hochzeit bremste Wachstum

Großbritannien hatte im vergangenen Jahr ein Defizit von 10,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Gesamtverschuldung lag bei 1,1 Billionen Pfund und damit bei 76,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Beide Kennzahlen liegen deutlich über den Kriterien für die Euro-Zone von drei Prozent Defizit und 60 Prozent Gesamtverschuldung.

Die Interventionen zur Rettung der Finanzmärkte sind in den britischen Zahlen nicht enthalten. Die Statistikbehörde machte für das schwache Wachstum im zweiten Quartal auch Einmaleffekte wie etwa die königliche Hochzeit Ende April verantwortlich. Damals hatte die Regierung einen landesweiten Feiertag angeordnet.

la/dpa/reuters

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