Dienstag, 19. März 2019

Libyen Chef der libyschen Ölgesellschaft wird zum Rebellen

Öl-Produktionsanlage in der libyschen Wüste: Der Chef der staatlichen Ölgesellschaft NOC hat sich nun ins Ausland abgesetzt.

Libyens Staatschef Muammar Al-Gaddafi kommen seine wichtigsten Mitstreiter abhanden. Arabischen Medien zufolge hat sich der Vorsitzende der staatlichen Ölgesellschaft NOC den Aufständischen angeschlossen und sich ins Ausland abgesetzt - wie zahlreiche Armeekommandeure und Diplomaten.

Hamburg - Um den libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi wird es allmählich einsam. Arabische Medien meldeten am Dienstag, nach zahlreichen Armeekommandeuren und Diplomaten habe sich nun auch der Vorsitzende der staatlichen Ölgesellschaft NOC, Schukri Ghanim, abgesetzt.

Ein Sprecher des Übergangsrates in Bengasi sagte der Nachrichtenagentur dpa, Ghanim habe sich den Aufständischen angeschlossen. Er halte sich derzeit im Ausland auf - vermutlich in Österreich, erklärte Mohammed al-Menaifi.

In Oppositionskreisen hatte es schon vor Wochen geheißen, Ghanim wolle Tripolis verlassen. Er habe jedoch bislang keine Gelegenheit dazu gefunden, da mittlerweile alle Top-Funktionäre, an deren Loyalität Zweifel bestünden, streng überwacht würden.

Die arabische Tageszeitung "Al-Quds Al-Arabi" hatte zuvor auf ihrer Website gemeldet, der älteste Sohn des libyschen Machthabers, Mohammed al-Gaddafi, halte sich seit Sonntagabend in Tunesien auf. Er sei nach Djerba gereist, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen, hieß es. Der Gaddafi-Sohn, der die staatliche Telekommunikationsgesellschaft leitet, soll dort streng bewacht in einem Hotel wohnen. Von offizieller Seite wurde dies in Tunesien nicht bestätigt.

wed/dpa-afx

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