Washington - US-Präsident Barack Obama (51) ist wiedergewählt. Der demokratische Amtsinhaber siegte bei der Präsidentenwahl gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Nach Berechnungen mehrerer Fernsehsender sicherte sich Obama in der Nacht zum Mittwoch die notwendige Mehrheit von 270 der 538 Wahlmännerstimmen.
Nach einer Prognose des US-Senders CNN errang Obama zunächst 274 Wahlmännerstimmen, Romney kam auf 201. Für den Sieg sind 270 Wahlmännerstimmen nötig.
Romney hatte lange Zeit nach Schließung der Wahllokale bei den Wahlmännerstimmen geführt. Die plötzliche Wende kam nach einer Siegesserie Obamas an der Westküste sowie durch seinen Triumph im entscheidenden "Swing State" Ohio.
Nur wenige Minuten nach der Entscheidung in der US-Präsidentschaftswahl hat Amtsinhaber Barack Obama das Ergebnis im Internet-Dienst Twitter gefeiert. "Vier weitere Jahre", schrieb er kurz und knapp und fügte ein Foto hinzu: Es zeigt Obama in einer innigen Umarmung mit seiner Frau Michelle. In weiteren Kurzmitteilungen dankte Obama seinen Wählern und Anhängern: "Wir sind alle beteiligt. Das ist unser Wahlkampf."
Demokraten verteidigen Mehrheit im Senat
Im Kongress wird es bei der alten Machtverteilung bleiben, nach der die Demokraten den Senat beherrschen und die Republikaner das Abgeordnetenhaus.
In letzten Umfragen vor dem Wahltag hatten die Kandidaten sich noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Romney schaftte es laut Umfragen bis zuletzt nicht, landesweit eine breite Wechselstimmung zu entfachen. Selbst die eigene Partei stand nicht geschlossen hinter ihm. Konservative Kreise hielten ihn für zu liberal, andere kritisierten ihn als zu wenig prinzipientreu.
Scherbengericht bei den Republikanern
Das schwache Wirtschaftswachstum und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit prägten den Wahlkampf in den USA. Romney warf dem Präsidenten vor, keine wirklichen Rezepte für einen Ausweg aus der Krise zu haben. Allerdings musste sich Romney selbst im eigenen Lager den Vorwurf gefallen lassen, er habe im Wahlkampf keine klaren Positionen vertreten, zum Beispiel bei den Steuern, Konjunkturprogrammen oder der Schaffung von Arbeitsplätzen.
Obama hielt seinem Gegnern entgegen, er habe den völligen Absturz der Wirtschaft verhindert und die Konjunktur wieder stabilisiert. Obama hatte nach der Begeisterung 2008 zeitweise Mühe, die eigene Basis zu mobilisieren, weil viele seiner Versprechen unerfüllt blieben.
Obama verwies darauf, dass er die Wirtschaft vor dem völligen Absturz bewahrt und die verpflichtende Krankenversicherung für alle eingeführt habe. "Der Terrorchef Osama bin Laden ist tot und der Autohersteller General Motors lebt", hatte Obamas Vize Joe Biden im Wahlkampf verkündet.
Wie nie zuvor in der US-Geschichte überzogen sich die Kontrahenten gegenseitig mit Beschuldigungen und verunglimpfender Wahlwerbung. Die Demokraten stellten den Herausforderer Romney als unbarmherzigen Multi-Millionär dar, der mit seinen Steuerplänen die Kluft zwischen Reich und Arm weiter vergrößern will.
la/dpa
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