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27.01.2012
 

Globalisierungs-Index

Deutschland liegt im G7-Vergleich vorn

Treffen der G7-Finanzminister in Frankreich: Keiner ist so globalisiert wie Deutschland
AFP

Treffen der G7-Finanzminister in Frankreich: Keiner ist so globalisiert wie Deutschland

Im Globalisierungs-Index der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hat Deutschland die Briten als bislang globalisiertesten Industriestaat verdrängt. Um auf Hongkong, Irland und Singapur aufzuschließen, hat es aber nicht gereicht.

Stuttgart - Deutschland ist nach einer aktuellen Studie zum wirtschaftlich am stärksten globalisierten Land unter den klassischen Industriemächten der sogenannten G7-Gruppe aufgestiegen.

Nach dem jährlichen Globalisierungs-Index der Wirtschaftsberatungsfirma Ernst & Young ist Deutschland 2012 im weltweiten Ranking auf den 14. Platz aufgestiegen und hat sich damit an die G7-Spitze gesetzt, weil Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr vom 13. auf den 17. Platz abgerutscht sei. Der Index bewertet die 60 größten Volkswirtschaften.

Die am stärksten globalisierten Länder der Welt sind demnach Hongkong, Irland und Singapur. Die USA belegen dieses Jahr den 27. Rang, China den 39. Der Index soll das Ausmaß abbilden, in dem Unternehmen einer Volkswirtschaft in die grenzüberschreitende Waren-, Finanz-, Informations- und Arbeitskräfteströme eingebunden sind. Laut Ernst & Young werden dabei unter anderem "Offenheit für freien Waren- und Dienstleistungsverkehr" und "Technologieaustausch" gemessen.

Der Index sagt nichts darüber aus, wie viel Staaten im grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr verdienen. Er legt dar, in welchem Ausmaß Volkswirtschaften unabhängig von ihrer Größe "globalisiert" sind. Kleine Länder, deren Wirtschaft stark auf den internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr ausgerichtet ist, erreichen wesentlich bessere Platzierungen als riesige Volkswirtschaften der USA, Chinas, Deutschlands oder Japans, die die global führenden Im- und Exporteure sind. Laut Ernst & Young liegt das an deren großen Inlandsmärkten, die das relative Gewicht der Außenbeziehungen innerhalb der Wirtschaft senken.

Deutschland punktet im Idee- und Technologietransfer

Deutschland hat sich in Sachen relativer wirtschaftlicher Globalisierung den Angaben zufolge seit 1995 vom 17. auf den nun 14. verbessert. Dem Index zufolge ist das unter anderem auf Verbesserungen beim Ideen- und Technologietransfer und der Offenheit für den grenzüberschreitenden Austausch zurückzuführen.

Ernst & Young erwartet trotz derzeit schwächelnder Märkte in vielen großen Industrieländern keine Abschwächung der Globalisierung. Firmen verlagerten ihr Engagement gerade deshalb verstärkt in boomende Schwellenländer, was zu einem Voranschreiten des Trends zur grenzüberschreitenden Integration führen werde.

Die G7 sind der lose Zusammenschluss der ökonomisch jahrzehntelang führenden westlichen Industriestaaten USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien. Nach dem Beitritt Russlands vor einigen Jahren tritt sie in der Regel als G8 auf. Die aufstrebenden Schwellenländer wie China und Brasilien, die die alten Führungsmächte wirtschaftlich teils schon eingeholt haben oder dies in naher Zukunft tun könnten, gehören nicht zu dieser Gruppe.

krk/afp

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