USAmanager magazin RSS  - Weltwirtschaft - USA


25.10.2011
Twitter GooglePlus Facebook

Nach Werkseröffnung

Aufblühendes Tennessee feiert VW

Von Markus Gärtner

VW in Chattanooga: Roter Teppich mit Politstar-Verbindung
Fotos
DPA

Neue Cafés und sprühender Optimismus: Während der Rezession stieg in Teilen von Tennessee die Arbeitslosigkeit auf 17 Prozent. Dann kam Volkswagen. Jetzt ist Chattanooga kaum wiederzuerkennen - und VW wird der rote Teppich ausgelegt. Trotz Niedriglöhnen.

Hamburg - Die neue Heimat von Volkswagen in den USA macht derzeit Furore. Chattanooga, der Ort, an dem VW seit Mai in Serie den neuen Passat für Amerika fertigt, steigt plötzlich vom verschlafenen Nest zu einem Ort auf, der in den Vereinigten Staaten Schlagzeilen macht - und zwar mit Prosperität, Ambitionen und neuen Arbeitsplätzen. Die Ansiedlung des größten europäischen Autoherstellers ist zum Zündfunken für eine ganze Region geworden.

Taktgeber Volkswagen hat dabei mit seiner Fabrik, die im ersten Jahr bereits 50.000 Fahrzeuge herstellt, allein 2000 Stellen geschaffen. Zusammen mit Jobs bei Lieferanten und Kunden waren plötzlich insgesamt 12.000 Stellen Frauen und Männer angestellt, mit denen die Volkswagen-Combo von Chattanooga aus den Wettkampf gegen Toyota Chart zeigen um die globale Autokrone aufnehmen möchte. Kurz nach den Wolfsburgern zog dann die Internetbuchkette Amazon Chart zeigen nach und beschäftigt im neuen Distributionszentrum am Ort bereits 1500 Leute. Unweit baut jetzt auch noch der schwedische Hausgerätehersteller Electrolux Chart zeigen für 190 Millionen Dollar eine Fabrik in Memphis. Hier soll das neue nordamerikanische Zentrum des Konzerns für Kochprodukte entstehen, mit 1200 Beschäftigten.

Die Schweden kommen wie viele andere internationale Investoren, weil Memphis mit niedrigen Kosten, qualifizierten Arbeitskräften und einer zentralen Lage in Nordamerika aufwarten kann, dazu auch mit guter Infrastruktur. Die deutsche Wacker Chemie beispilsweise investiert eine Milliarde Dollar im Bezirk Bradley, 30 Autominuten von der VW-Fabrik in Chattanooga entfernt. Die Münchener wollen dort ab 2013 hochreines Polysilicium für Solarpanel und Photovoltaikanlagen herstellen.

Der Platzbedarf für die neuen Fabriken in der Volkswagen-Region ist mittlerweile so groß, dass Chattanoogas Bürgermeister Ron Littlefield kürzlich mit einem Brief den ganzen Bezirk in helle Aufregung versetzte, als er wesentlich mehr Land für seine Stadt reklamierte.

Ein Boom, mitten im Jammertal der US-Wirtschaft, die sonst mit immer wiederkehrenden Finanzengpässen für Aufsehen sorgt. Und das sah lange Zeit nicht so aus.

Lobgesänge auf Volkswagen

Während der großen Rezession stieg in Teilen von Tennessee die Arbeitslosigkeit auf 17 Prozent. Doch seit Monaten kommen hier - gemessen an der Bevölkerung - mehr neue Jobs hinzu als irgendwo sonst in den USA. Seit dem Bau der VW-Fabrik in den Jahren 2009 und 2010 ist Chattanooga dann auch kaum wieder zu erkennen. In der Altstadt gibt es eine Renaissance mit trendigen Restaurants und Galerien, schicken Hotels und neuen Apartments. Die Zahl der Gebäudegenehmigungen stieg 2010 um 14 Prozent, die Stadt hat neben einer langen Uferpromenade auch ein topmodernes Kino dazubekommen. Die Zahl der Zoobesuche legte 2010 um 9 Prozent zu, die Steuereinnahmen aus dem Hotelgewerbe wachsen zweistellig, erzählt Bürgermeister Littlefield.

Was für ein Wandel. Der Kabarettist Doug Stanhope hatte Chattanooga einst als Ort beschrieben, der so zurückgeblieben ist, dass man sich dort nicht einmal Aids einfangen kann. Jetzt freut man sich im Rathaus über "eine Welle an Optimismus und guter Publicity" - und über Neubauprojekte.

Das Memorial Hospital, einer der größten Arbeitgeber der Stadt, setzt Pläne für eine 330 Millionen Dollar umfassende Erneuerung um. Schon jetzt beschäftigen ausländische Firmen in Tennessee laut dem Economic Development Board schon mehr als 100.000 Menschen, und sie verkaufen mehr Produkte nach Übersee als die lokale Exportwirtschaft. Und der ehemals für die wirtschaftliche Entwicklung von Tennessee zuständige Kommissar Matt Kisber freut sich, dass der Bundesstaat den ganzen Südosten des Landes bei der Entwicklung der Firmensteuern anführt.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Umweltschutz
Plastiktütenverbot in Los Angeles
Brückenköpfe im Westen
Amerika in Angst vor der China-Invasion
US-Präsidentschaftswahl
Romney nähert sich Obama
Abschwung in Kalifornien
Firmenflucht wird Albtraum des Sunshine State

© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIO Contor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre Klinik Medführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apotheken imedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken