Freitag, 14. Dezember 2018

Diversity Bunt, bunter, besser - nur wer auf Vielfalt setzt, überlebt

Karneval der Kulturen (in Berlin): Innovationen entstehen nicht auf Knopfdruck, sondern in einem kreativen Arbeitsumfeld, das die Beteiligung und Einbeziehung unterschiedlichster Talente möglich macht. Der Mix macht den Unterschied.

Es war zumindest eine kleine Schallmauer, die durchbrochen wurde: Seit Frühjahr dieses Jahres sind über 20.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs. Auch wenn das Wachstum nicht so stürmisch verläuft, wie es sich die Bundesregierung erhofft hatte, so sind die lautlosen Flitzer doch eins: Vorboten einer automobilen Revolution.

Noch setzt das Gros der Käufer auf den guten alten Diesel- oder Benzinmotor, das Aushängeschild deutscher Fahrzeugbauer. Doch der Wechsel hin zum Elektroantrieb wird kommen- und die heimische Autoindustrie vor enorme Herausforderungen stellen. Gelingt es ihr, sich neu zu erfinden und gegen mögliche Wettbewerber wie Google oder Apple zu bestehen? Oder droht der schleichende Abstieg, wie wir ihn bereits aus anderen Branchen wie etwa der Informations-und Kommunikationsindustrie kennen?

Zur Person
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    Ana-Cristina Grohnert ist... Vorstandsvorsitzende der Charta der Vielfalt und Mitglied der Geschäftsführung bei Ernst und Young
Warum es die einen Unternehmen schaffen, sich rechtzeitig zu transformieren, während die anderen an ihrer eigenen Größe zugrunde gehen, das analysiert der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Clayton Christensen in seinem Buch "The Innovator's Dilemma".

Seine These: Im Erfolg liegt bereits die Keimzelle des Scheiterns. Wer nur auf die Skalierung gängiger Geschäftsmodelle setzt und es versäumt, seine Aktivitäten permanent auf den Prüfstand zu stellen, läuft Gefahr, den nötigen Wandel zu verpassen.

Christensens Diagnose ist ein Weckruf an alle Unternehmen, stärker auf Vielfalt und experimentelle Neugier zu setzen. Wer nur unter seinesgleichen bleibt und keine Impulse von außen zulässt, findet nicht die Kraft für Innovationen. Die braucht es aber, um dem immer schneller werdenden Wandel stand zu halten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Nur wer ein kreatives Arbeitsumfeld schafft, profitiert von Innovationen

Erfolg ist kein Selbstläufer. Der Niedergang von Nixdorf oder Grundig, Kodak oder Nokia zeigt, wie fatal es ist, veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse zu ignorieren.

Was für Start-ups und viele Mittelständler eine Selbstverständlichkeit ist, muss in vielen Großkonzernen erst schmerzhaft gelernt werden: Innovationen entstehen nicht auf Knopfdruck, sondern in einem kreativen Arbeitsumfeld, das die Beteiligung und Einbeziehung unterschiedlichster Talente möglich macht. Der Mix macht den Unterschied - er sorgt für Mitarbeiter, die sich trauen, über den Tag hinauszudenken und Pfade zu verlassen, die in die Sackgasse führen.

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