Mittwoch, 20. September 2017

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Diversity Bunt, bunter, besser - nur wer auf Vielfalt setzt, überlebt

Karneval der Kulturen (in Berlin): Innovationen entstehen nicht auf Knopfdruck, sondern in einem kreativen Arbeitsumfeld, das die Beteiligung und Einbeziehung unterschiedlichster Talente möglich macht. Der Mix macht den Unterschied.

2. Teil: Gemischte Führungsteams mit Frauen und Männern sind erfolgreicher

Christensens Analyse wird durch andere Untersuchungen gedeckt. So zeigt auch eine EY-Studie zum Thema "Mixed Leadership", dass gemischtgeschlechtliche Führungsteams erfolgreicher sind als Gruppen, in denen Männer die Mehrheit stellen. Was für die Leitung eines Unternehmens gilt, trifft auf alle anderen Ebenen zu: Teams, die sich aus Männern und Frauen, unterschiedlichen Nationalitäten, älteren und jüngeren Mitarbeitern zusammensetzen, arbeiten kreativer als homogene Einheiten.

Erst durch Gestaltungsspielräume, soziale Vielfalt und eine offene Unternehmenskultur kommt der Motor für wirtschaftlichen Erfolg in Gang.

Tatsächlich ist "Diversity" längst kein Nischenthema mehr, das als nettes Buzzword die eine oder andere Unternehmensbroschüre ziert oder auf die Gleichstellung von Frauen verengt wird. Die Botschaft, dass Vielfalt unsere Gesellschaft nicht nur bereichert sondern sich obendrein ökonomisch rechnet, findet bei immer mehr Strategen und Personalern Gehör.

So haben sich seit Gründung der "Charta der Vielfalt" im Jahr 2006 inzwischen über 2000 Firmen und Institutionen ihren Zielen verpflichtet und machen sich für eine offene Unternehmenskultur stark, die Vielfalt fördert und alle Mitarbeiter wertschätzt - unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Orientierung.

Soziale Vielfalt und offene Firmenkultur bringen den Erfolg

Um es deutlich zu sagen: Es geht nicht darum, vermeintliche Minderheiten nur besser in die Mehrheit zu integrieren. Das Gegenteil ist richtig - nämlich die ungeschriebenen und diskriminierenden Überzeugungen und Regelungen der Mehrheit in Frage zu stellen. Anderssein wird so nicht länger als Problem wahrgenommen, sondern als Bereicherung. Das Besondere ist das Normale - Grenzgänger werden zu Impulsgebern, scheinbare Defizite zu Schlüsselqualifikationen.

Umso frappierender ist es, dass noch immer ein großer Teil der Betriebe beim Thema Diversity die Augen verschließt. Gut die Hälfte aller deutschen Unternehmen hat Vielfalt nicht auf der Agenda, wie eine aktuelle Umfrage der Personalberatungsgesellschaft PageGroup zeigt. Obwohl sie Innovationen freisetzt und die Profitabilität steigert, und weitere Vorzüge bietet - von der Stärkung des Images über den Zugang zu neuen Märkten bis hin zur Gewinnung und Bindung von Talenten. Gerade für die wählerische Generation Y sind eine bunte und flexible Arbeitswelt entscheidende Werte der Unternehmenskultur.

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