Samstag, 3. Dezember 2016

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Rettungsplan für den Euro Sieben Irrtümer über die Euro-Krise

Mit einer Geldschwemme versucht Europa die Krise zu bewältigen - bisher erfolglos

Auch wenn derzeit relative Ruhe an den Märkten herrscht: Die Euro-Zone rutscht tief und tiefer in die Krise. Höchste Zeit, endlich die ausgelatschten Holzwege zu verlassen.

Irrtum 1: Die Krise lässt sich "lösen"

Wie oft haben die Regierungen der Euro-Staaten schon versprochen, beim nächsten Gipfel/nächsten Finanzministertreffen/nächsten G20-Treffen würden sie den entscheidenden Schritt vorwärts machen - und die Krise (endgültig) lösen. Eine Illusion, wie wir inzwischen wissen.

Die Dauerkrise des Euro-Raumes wird erst dann vorüber sein, wenn die gigantische Verschuldung auf ein erträgliches Niveau gesenkt ist. Und die staatlichen und die privaten Schulden sind in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) so hoch wie noch nie: In fast allen Euro-Mitgliedsländern beträgt die Quote der Gesamtverschuldung zum BIP mehr als 200 Prozent.

Die Euro-Zone steckt in einer Abwärtsspirale: Hohe Schulden bremsen das Wachstum, eine schrumpfende Wirtschaft aber kann sich nicht aus den Schulden befreien, sondern türmt immer mehr Verbindlichkeiten auf. In dieser Situation befinden sich aktuell viele Euro-Volkswirtschaften: Von Spanien über Italien bis Frankreich geht die Wirtschaftsleistung zurück, steigen die Schulden.

Die Krise nährt die Krise. Europas Lage wird immer prekärer.

Dennoch gibt es einen Ausweg. Daniel Stelter von der Boston Consulting Group (BCG) zeigt in Berechnungen fürs aktuelle manager magazin, dass ein Ausstieg aus der Schuldenproblematik, ein echtes "Deleveraging", möglich ist - dass dies aber eine anspruchsvolle Generationenaufgabe ist.

Stelter schlägt eine 60-60-60-Regel vor: Damit die Schulden auf ein wachstumsneutrales Niveau sinken, dürfen die Verbindlichkeit des Staates, der privaten Haushalte und des Unternehmenssektors jeweils nicht mehr als 60 Prozent des BIP betragen, zusammen also 180 Prozent. Deutschland allein betrachtet ist davon nicht weit entfernt, die Euro-Zone als Ganzes aber schon.

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