Mittwoch, 21. November 2018

Exklusiv - Welt-Handelsindex Showdown im Zollstreit - Welthandel knickt ein

Starker Mann in Washington: US-Präsident Trump hat sich in Handelsfragen mit dem Rest der Welt angelegt - wie geht der Konflikt aus?

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Im Handelsstreit zwischen den USA und Europa sowie Asien kommt es Ende dieser Woche zu einem ersten Showdown, denn dann sollen die von US-Präsident Donald Trump festgesetzten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium wirksam werden. Noch gibt es Hoffnung, einen echten Handelskrieg zwischen den großen Wirtschaftsblöcken abwenden zu können, und Emissäre der EU sowie der Bundesregierung tun just in dieser Woche viel, um genau das zu erreichen. Doch Daten, die manager magazin online vorliegen zeigen: Trumps Muskelspiele zeigen bereits überaus deutlich Wirkung auf den weltweiten Handel von Gütern und Waren.

Das signalisiert der Welt-Handelsindex, den das Institut für Kapitalmarktanalyse (IfK) in Köln regelmäßig errechnet, und den manager magazin online exklusiv publiziert. Laut jüngster Berechnung ist der Welt-Handelsindex (WHI) zuletzt nochmals weiter abgerutscht, und zwar auf nunmehr nur noch 79,2 Punkte (siehe Grafik). Zum Vergleich: Noch vor einem Monat notierte der Index bei 81,5 Punkten, und wenige Wochen davor bei 84,9 Punkten.

Der Hauptgrund für die Abschwächung der Handelsaktivitäten liegt den Experten vom IfK zufolge in der verschärften Rhetorik des US-Präsidenten sowie in den bereits angeordneten sowie weiteren im Raum stehenden Maßnahmen von allen beteiligten Seiten. Die Gefahr eines spiralförmigen Handelsstreits, welcher sich wechselseitig immer stärker ansteckt, ist definitiv gegeben, schreibt das IfK in einem Kommentar zum aktuellen WHI.

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"Unsere Auswertungen der Daten, welche unser Haus im Rahmen der monatlichen Konzeption des Welt-Handelsindex auf allen vier primären Handels- und Transportwegen einsammelt und analysiert, sprechen eine eindeutige Sprache", sagt Markus Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, zu der auch das IfK gehört."Es existiert seit einigen Wochen eine zunehmende Zurückhaltung an vielen Stellen der Prozesskette des Welthandels. Die Stimmung hat sich bis auf die Handelsaktivtäten in den Binnenmärkten eingetrübt."

Von der regelrechten Euphorie, die noch im Januar im gesamten globalen Handel vorherrschte, sei nicht viel übrig geblieben, so Zschaber. Schuld daran sei zweifelsfrei der aufkommende Protektionismus.

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