Montag, 10. Dezember 2018

Madrid meldet mehr Wachstum Spanien schlägt Deutschland

Sergio Busquets (2.v.l.) und Andres Iniesta (r.) nehmen Piotr Trochowski in die Zange (2010): Das Wachstumsduell gewinnt derzeit Spanien
Getty Images
Sergio Busquets (2.v.l.) und Andres Iniesta (r.) nehmen Piotr Trochowski in die Zange (2010): Das Wachstumsduell gewinnt derzeit Spanien

Spanien wird nach Einschätzung der Regierung in Madrid dieses Jahr Deutschland beim Wirtschaftswachstum überflügeln. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte am Montag einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 2,9 Prozent für dieses und nächstes Jahr voraus. Die Bundesregierung erwartet hingegen für 2015 und 2016 hierzulande ein Wachstum von jeweils 1,8 Prozent.

Rajoy, der sich Ende des Jahres Neuwahlen stellen muss, hob damit seine Prognose vom Februar kräftig an. Damals hatte er ein Plus von 2,4 Prozent für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Der niedrige Ölpreis, die Geldflut der Europäischen Zentralbank und die erwachende Konsumlust der Spanier gelten als Motor des Aufschwungs.

2014 war die Wirtschaft Spaniens nach fünf Jahren Rezession oder Nullwachstum erstmals wieder gewachsen - um 1,4 Prozent. Spanien werde in diesem Jahr "das stärkste Wachstum" von den größten Volkswirtschaften Europas aufweisen, betonte Rajoy. Seinen Angaben zufolge sollen 2015 eine halbe Million neue Arbeitsplätze entstehen. Die Arbeitslosenquote in Spanien ist weiter vergleichsweise hoch: Sie lag im ersten Quartal 2015 bei knapp 24 Prozent. Auch die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich nagt an der Popularität des konservativen Regierungschefs.

Rajoy: "Will wieder kandidieren"

Rajoy will sich auch im Fall eines Debakels seiner Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen am 24. Mai für eine zweite Amtszeit bewerben. "Ich will wieder kandidieren", sagte der Regierungschef. Der Ausgang der Wahlen in knapp einem Monat werde daran nichts ändern.

Seine konservative Volkspartei (PP) läuft nach Umfragen Gefahr, in zahlreichen Regionen und Stadtparlamenten die Mehrheit zu verlieren. Die Regional- und Kommunalwahlen gelten als ein wichtiger Test für die spanischen Parlamentswahlen, die im Herbst dieses Jahres anstehen.

Er plane keinen Kurswechsel in seiner Partei, sagte Rajoy. Er sei zuversichtlich, dass die PP die Wahlen Ende Mai gewinnen könne. Die Partei wurde in den vergangenen Monaten von einer Serie von Korruptionsskandalen erschüttert.

Grafik - Warum Spanien eine höhere Last der Euro-Rettung trägt

ts/Reuters/dpa-afx/AFP

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH