Samstag, 19. Januar 2019

Gefahr eines Abschwungs steigt Rezessionsangst - was die Frühwarnsysteme der Wirtschaft taugen

Stahlbrammen im Werk der Salzgitter AG

Die schlechten Nachrichten häufen sich. Die deutsche Industrieproduktion ist im November um 1,9 Prozent geschrumpft, zum dritten Mal in Folge. Laut Carsten Brzeski, dem Deutschland-Chefvolkswirt der Bank ING, haben die neuen Daten "das Risiko einer technischen Rezession eindeutig erhöht".

Technisch, weil die so genannte Zeitungsdefinition einer Rezession bei zwei Quartalen nacheinander mit schrumpfender Wirtschaftsleistung erfüllt ist. Im dritten Quartal 2018 gab die deutsche Wirtschaft schon um 0,2 Prozent nach, im vierten könnte erneut ein Minus stehen - das sei aber "ohne signifikante Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt", wie in der vorigen, kaum beachteten Rezession im Winter 2012/2013.

Dennoch ist die Sorge real - nicht so sehr mit Blick auf das vergangene halbe Jahr, sondern das, was noch kommt. Signale des Abschwungs senden neben Deutschland auch die größten Volkswirtschaften USA und China. "Wir müssen uns auf die Wahrscheinlichkeit einer Rezession vorbereiten", fordert US-Ökonom Larry Summers in der "Financial Times". Alles nur Panikmache? Im schlimmsten Fall eine selbst erfüllende Prophezeiung? In so einer Situation kommt es auf Frühwarnsysteme besonders an. Hier sind die wichtigsten Indikatoren - und was sie uns heute verraten.

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