Freitag, 22. September 2017

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Rekordüberschuss im 1. Halbjahr Kräftiger Aufschwung füllt Staatskasse

Die hohe Beschäftigung (nicht nur im Baugewerbe) und die Konsumlust der Deutschen haben dem deutschen Staat einen Rekordüberschuss im ersten Halbjahr beschert

Die Konjunktur brummt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig: Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung erzielt.

Das kräftige Wirtschaftswachstum und die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt haben dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2017 einen Rekordüberschuss beschert. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich 18,3 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Das teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mit.

Damit erzielten die öffentlichen Kassen das höchste Plus aus eigener Kraft seit der Wiedervereinigung. Höher war der Überschuss nur im zweiten Halbjahr des Jahres 2000 mit gut 28,8 Milliarden Euro. Seinerzeit brachte die Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen dem Staat Sondereinnahmen.

Sprudelnde Steuern und Sozialbeiträge sorgten von Januar bis einschließlich Juni des laufenden Jahres für gut gefüllte Staatskassen. Und die deutsche Wirtschaft bleibt nach Einschätzung von Volkswirten auf Wachstumskurs - angetrieben von der Konsumlust vieler Verbraucher und steigenden Investitionen vieler Unternehmen.

Die Konsumlust vieler Verbraucher und staatliche Ausgaben für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge trieben die Konjunktur im zweiten Quartal an. Waren "Made in Germany" sind auf den Weltmärkten gefragt, die Exporte gewinnen dank der Erholung der Weltkonjunktur an Tempo, zudem investieren viele Unternehmen wieder mehr.

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit ihre Mitte August veröffentlichte erste Schätzung. Zum Jahresanfang hatte die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 0,7 Prozent zugelegt.

Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag der Überschuss im ersten Halbjahr nach Berechnungen des Bundesamtes bei 1,1 Prozent. Europas größte Volkswirtschaft ist damit weiterhin weit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer in ihren gemeinsamen Verträgen zugestehen. Erlaubt ist demnach höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent der nominalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Deutschland diese Marke im Jahr 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent. Die vergangenen drei Jahre brachten jeweils Überschüsse.

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