Samstag, 21. Oktober 2017

Industrieproduktion brummt Deutsche Firmen mit stärkstem Produktionsplus seit 2011

Gute Auftragslage, gute Stimmung: Die deutsche Industrie fuhr ihre Produktion im August um 3,2 Prozent nach oben

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August so stark nach oben gefahren wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 2,6 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hingegen hatten für August lediglich mit einem Wachstum von 0,7 Prozent gerechnet, nachdem es im Juli noch einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben hatte.

"Das günstige Geschäftsklima und die positive Entwicklung bei den Auftragseingängen sprechen für eine Fortsetzung der guten Industriekonjunktur", betonte das Ministerium.

Die Industrie allein fuhr ihre Produktion sogar um 3,2 Prozent nach oben. "Auffällig war hier der Produktionsanstieg im Bereich Kraftfahrzeuge", erklärte das Ministerium. Hier gab es ein Plus von 10,8 Prozent. Dabei könne es durch die unterschiedlichen Werksferien in den einzelnen Bundesländern zu Verzerrungen gekommen sein.

Der Aufwärtstrend in der Industrie könnte sich fortsetzen, sammelten die Betriebe doch im August 3,6 Prozent mehr Aufträge ein - vor allem aus dem Ausland. Die Energieversorger steigerten ihre Erzeugung im August um 1,7 Prozent. Das Baugewerbe drosselte dagegen ihre Produktion um 1,2 Prozent.

Ein gutes drittes Quartal

"Gute Stimmung, gute Aufträge, gute Produktion", sagte Volkswirtin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Insgesamt dürfte der Wachstumsimpuls der Industrie im dritten Quartal aber etwas geringer ausfallen als im zweiten. Und das liegt vor allem am Baugewerbe, das im Sommer einen Gang runtergeschaltet hat. Das Verarbeitende Gewerbe läuft dagegen weiter hervorragend. Alles in allem wird es ein gutes Quartal mit einem erwarteten Plus von rund 0,5 Prozent."

"Die Zahlen sind sehr gut", ergänzte Ralph Solveen von der Commerzbank. "Teilweise sind sie auf die üblichen Schwankungen im Sommer zurückzuführen, die es wegen der unterschiedlichen Lage der Werksferien gibt. Diese fielen diesmal bei etlichen Unternehmen schon auf den Juli. Der September dürfte deshalb wieder schwächer werden. Für das dritte Quartal sieht es nach einem anhaltend guten Wirtschaftswachstum aus. Wir gehen derzeit von etwa 0,6 Prozent aus."

la/reuters/dpa

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH