Samstag, 27. August 2016

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Ölpreisverfall Inflation klettert auf höchsten Stand seit Mai

(FILES) This August 21, 2013 file photo shows an oil well near Tioga, North Dakota. US crude oil prices continued to fall August 24, 2015, diving below $40 a barrel to their lowest level since 2009, amid a global market selloff sparked by fears of Chinas slowdown. US benchmark West Texas Intermediate (WTI) for October delivery tumbled by $1.39 to $39.06 a barrel on the New York Mercantile Exchange around 1305 GMT. On August 21 the contract had slipped below $40 in intraday trade. AFP PHOTO / Karen BLEIER / FILES

Die Inflation in Deutschland ist im Januar leicht gestiegen. Die Verbraucherpreise kletterten binnen Jahresfrist durchschnittlich um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Teuerung ist damit so stark wie seit Mai 2015 nicht mehr, im Dezember lag sie noch bei 0,3 Prozent. Trotz des leichten Anstiegs bleibt sie aber immer noch sehr niedrig und dürfte den Konsum der Deutschen weiter ankurbeln. "Frühestens in der zweiten Jahreshälfte wird die Inflation wieder den Sprung über die Marke von einem Prozent schaffen", sagte Chefvolkswirt Carsten Brzeski von der ING-Diba.

Seit Monaten sorgt der Verfall des Ölpreises an den Weltmärkten für günstige Energie und erhöht die Kaufkraft der Bürger. Denn wegen unerwartet niedriger Tank- und Heizrechnungen haben sie mehr Geld in der Tasche für andere Ausgaben. "Die deutschen Haushalte können sich freuen", betonte Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein und verwies auf hohe Lohnabschlüsse. "Die Kaufkraft legt ordentlich zu."

"EZB bleibt machtlos"

Die Europäische Zentralbank hingegen sorgt sich um die niedrige Inflationsrate, da sie nur bei Werten von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen spricht. Eine solche Teuerung sei aber vorerst unerreichbar, sagte Analyst Gitzel. "Da der Preisrückgang maßgeblich von den Energiepreisen ausgeht, wird auch die EZB machtlos bleiben." Die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi hatten jüngst ihre Bereitschaft betont, die Geldschleusen notfalls weiter zu öffnen.

Grund für den leichten Anstieg der Inflation zu Jahresanfang war, dass sich Energie im Januar weniger stark verbilligte als in den vergangenen Monaten. So fielen die Preise von Haushaltsenergie und für das Tanken zum Vorjahr um 5,8 Prozent, nach einem Rückgang von 6,5 Prozent im Dezember.

Von Dezember auf Januar hingegen sanken die Lebenshaltungskosten im Schnitt um 0,8 Prozent. Dabei spielte eine Rolle, dass sich Pauschalreisen in mehreren Bundesländern gegenüber der Weihnachtszeit um knapp 20 Prozent verbilligten. Zudem senkten viele Einzelhändler im Winterschlussverkauf die Preise für Bekleidung und Schuhe. Details will das Statistikamt am 12. Februar veröffentlichen.


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ts/Reuters

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