Freitag, 20. Juli 2018

Starke Exporte und Produktion "Nichts, was die deutsche Konjunktur bremsen könnte"

Burchardkai im Hafen in Hamburg: Die Exporte aber auch die Produktion stiegen im November viel stärker als erwartet

Die deutsche Wirtschaft hat Produktion und Exporte im November so kräftig gesteigert wie seit Jahren nicht mehr. Die Unternehmen stellten 3,4 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mit. Das ist der kräftigste Anstieg seit mehr als acht Jahren. Das Plus fiel fast doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet.

Die Exporte zogen sogar um 4,1 Prozent zum Vormonat an und damit mehr als dreimal so stark wie erwartet. "Das ist der kräftigste Zuwachs seit fast drei Jahren", betonte das Statistische Bundesamt am Dienstag.

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 116,5 Milliarden Euro ins Ausland. Besonders kräftig legten die Ausfuhren in die Euro-Zone zu, die um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen. Die Exporte in die EU wuchsen um 8 Prozent, die in den Rest der Welt um 8,4 Prozent. "Die Weltwirtschaft liefert Impulse", sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. "Es gibt offenbar nichts, was die deutsche Konjunktur bremsen könnte."

Besonders die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge profitieren davon und fuhren ihre Produktion überdurchschnittlich kräftig hoch. "Die gute Entwicklung der Auftragseingänge sowie die optimistischen Geschäftserwartungen deuten für die kommenden Monate auf eine lebhafte Entwicklung der Industriekonjunktur hin", erklärte das Ministerium.

Volkswirte sind ähnlich zuversichtlich. "Aufgrund des hohen Auftragsbestandes wird die Produktion weiter unter Dampf bleiben", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

2017 dürfte Europas größte Volkswirtschaft um etwa 2,4 Prozent gewachsen sein und damit so kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Dazu veröffentlicht das Statistikamt am Donnerstag seine erste Schätzung.

Reuters

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