Donnerstag, 28. Juli 2016

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Exporte 2015 mit Überraschung Was war denn da im Dezember los?

Containerhafen Hamburg: Die Gesamtausfuhren deutscher Unternehmen im Jahr 2015 bieten einen keinen Anlass zur Sorge, wäre da nicht der Dezember ...

Die deutschen Exporte gingen im Dezember überraschend um 1,6 Prozent zum Vormonat zurück. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet - und schon ist die Enttäuschung groß.

Im Gesamtjahr 2015 schafften die deutschen Unternehmen erneut einen Rekord: Sie lieferten Waren im Wert von 1,196 Billionen Euro ins Ausland und damit 6,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Ausfuhren in die Euro-Zone kletterten dabei um 5,9 Prozent, die in die anderen EU-Länder außerhalb des Währungsraums um knapp 9 Prozent.

Das Geschäft mit dem Rest der Welt verlief unterdurchschnittlich und legte nur um 5,6 Prozent zu. Großen Schwellenländern wie China, Brasilien und Russland macht derzeit eine schwächere Konjunktur zu schaffen, weshalb sie weniger Waren "Made in Germany" kaufen.

Industrie-Produktion im Dezember gesunken

Die deutschen Unternehmen stellten im Dezember überraschend weniger her. Die Produktion von Industrie, Bauwirtschaft und Versorgern schrumpfte insgesamt um 1,2 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Analysten ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Dies war der zweite Rückgang in Folge und der stärkste seit August 2014.

"Zum Jahresende 2015 durchlief die Industrieproduktion eine Durststrecke", erklärte das Wirtschaftsministerium. "Angesichts der verbesserten Auftragseingänge im Jahresschlussquartal dürften die Unternehmen ihre Produktion zu Jahresbeginn wieder etwas ausweiten."

"Die deutsche Industrie steht immer noch auf wackligen Beinen"

Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen insbesondere von den Dezember-Zahlen überrascht und enttäuscht. Carsten Brzeski von der ING Diba sagte: "Für die deutsche Industrie ist ein eher enttäuschendes Jahr zu Ende gegangen. Ein Teil des Rückgangs im Dezember kann durch die Lage der Weihnachtsferien erklärt werden, da Teile des Produktionsprozesses für fast zwei Wochen zum Stillstand kommen … Für die längste Zeit im Jahr haben die Exporte vom schwachen Euro profitiert, vor allem die Ausfuhren in die USA. Die Daten belegen, dass auch für die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht alles glatt läuft . Die deutsche Industrie steht immer noch auf wackligen Beinen."

Und Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus erklärte: "Die Produktions- und Exportzahlen sind eine herbe Enttäuschung . Das Verarbeitende Gewerbe ist in einer schwierigen Verfassung, vor allem wegen der schwächelnden Weltkonjunktur. Wichtige Absatzmärkte verlieren an Dynamik, von China bis zu den USA. Das schlägt auch auf die Exporte durch. Da auch der Eurokurs zuletzt aufgewertet hat, wird sich an diesem Bild so schnell nichts ändern. Der niedrige Ölpreis hilft derzeit wenig. Ohne den außerordentlich guten Dienstleistungssektor müsste man für 2016 von einer deutlich schwächeren gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland ausgehen."

rei/dpa/reuters

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