Dienstag, 22. Mai 2018

Flüchtlinge als Konjunkturimpuls Sie kommen und bringen Wohlstand

Flüchtling in einer Lernwerkstatt: Selbst wenn die Integration in den Arbeitsmarkt schlecht läuft, gewinnt Deutschland laut DIW langfristig durch die Migration

Die neue Konjunkturprognose der EU-Kommission ist eher durchwachsen. Griechenland steckt noch weitere zwei Jahre in der Rezession fest, Italien entkommt ihr nur langsam, Frankreich und Spanien verfehlen ihre Defizitziele. Alles in allem leidet der Kontinent weiter unter viel zu schwacher wirtschaftlicher Nachfrage.

Einen Lichtblick sieht die Behörde in Deutschland. Die Wachstumsprognose wurde zwar auch für dieses Land gesenkt. Doch die massenhafte Einwanderung von Asylbewerbern bringe einen positiven Impuls, urteilen die Konjunkturforscher.

"Die Unterbringung von Flüchtlingen wird über den Prognosezeitraum die Sozialausgaben erhöhen, während mit Blick auf die starken Einwanderungsströme zusätzliche für Infrastruktur und Sozialwohnungen bereitgestellte Mittel die öffentlichen Investitionen allmählich steigern dürften", heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Bericht.

EU erwartet mehr Jobs, aber niedrigere Löhne

Das bedeutet eine Belastung für die Staatshaushalte, die allerdings dennoch auf Sicht im Überschuss bleiben. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es ohnehin ein Plus. Schließlich wird nicht nur in Brüssel seit Jahren bemängelt, dass Deutschland zu wenig investiert.

In einer Simulation berechnet die EU den Effekt detailliert, abhängig von der Qualifikation der Einwanderer und ihrer Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Die Flüchtlingswelle werde das jährliche Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren um 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte steigern.

Pro Kopf gerechnet, ergibt sich wegen der größeren Bevölkerung allerdings ein Minus, und auch die Löhne sollen etwas niedriger ausfallen. Dafür werde die Beschäftigung im Jahr 2020 um 1 Prozent größer sein als ohne die Flüchtlinge.

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