Sonntag, 17. Dezember 2017

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Düstere Aussichten Chinas Handel bricht ein - und die Risiken wachsen

Stahlarbeiter in China: Die Ausfuhren sinken, das Wirtschaftswachstum fällt auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren zurück
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Stahlarbeiter in China: Die Ausfuhren sinken, das Wirtschaftswachstum fällt auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren zurück

Chinas Ausfuhren sind in 2016 auf den tiefsten Stand seit 2009 gefallen - und die Wirtschaft wuchs wohl so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Risiken für den weltgrößten Exporteur nehmen zu.

Exportweltmeister China hat 2016 das zweite Jahr in Folge ein schrumpfendes Geschäft hinnehmen müssen. Die Ausfuhren fielen um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit so kräftig wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise 2009 nicht mehr. "Der Trend zur Anti-Globalisierung wird immer offenkundiger, und China ist das größte Opfer dieses Trends", sagte der Sprecher der Zollbehörde, Huang Songping, am Freitag in Peking.

Der schwache Außenhandel, die Yuan-Schwäche und die dadurch ausgelöste Kapitalflucht, die hohe Verschuldung sowie drohende Handelsstreitigkeiten mit den USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump gehören zu den wesentlichen Risiken für die zweitgrößte Volkswirtschaft in diesem Jahr. "Wir werden die Handelspolitik genau verfolgen, wenn Trump sein Amt als Präsident angetreten hat", sagte Huang.

Der Republikaner hat wiederholt Strafzölle auf Billig-Importe aus Ländern wie China ins Spiel gebracht. Auch die scheidende US-Regierung unter Präsident Barack Obama legte erst in dieser Woche Beschwerde gegen China bei der Welthandelsorganisation WTO wegen Subventionen für Aluminium ein. Die Volksrepublik exportiert in die USA rund 251 Milliarden Dollar mehr als sie von dort importiert. Auch wenn der Handelsüberschuss damit um rund zehn Milliarden Dollar niedriger ausfällt als 2015, dürfte das an der Kritik Trumps wenig ändern.

Schwächstes Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren erwartet

"Trumps Handelspolitik dürfte US-Unternehmen motivieren, ihre Fabriken aus China zu verlagern", erwarten die Ökonomen des Finanzhauses ANZ in einer Analyse. Manche Experten befürchten einen Handelskrieg zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften. "Schon ein 'Krieg der Worte' könnte die Zuversicht von Investoren eintrüben - und zwar nicht nur in den USA und China, sondern weltweit", warnt eine Studie von BofA Merrill Lynch.

Im Dezember schrumpften die chinesischen Ausfuhren überraschend deutlich. Sie gaben binnen Jahresfrist um 6,1 Prozent nach. Experten hatten indes mit einem Rückgang von nur 3,5 Prozent gerechnet. Die Importe legten dagegen unerwartet stark zu. Sie stiegen um 3,1 Prozent. Grund sei die hohe Nachfrage nach Rohstoffen wie Kohle und Eisenerz gewesen. Im Gesamtjahr fielen Einfuhren um 5,5 Prozent .

Trotz des schwachen Außenhandels rechnen Chinas Wirtschaftsplaner für das abgelaufene Jahr noch mit einem Wachstum von 6,7 Prozent, was aber so wenig wie seit 25 Jahren nicht mehr ist. Die Zahlen werden am 20. Januar vorgelegt.

Das Wachstum in China wurde vor allem durch den boomenden Wohnungsmarkt, die steigenden Infrastrukturausgaben und das starke Kreditwachstum vorangetrieben.

Rei/Reuters/dpa

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