Sonntag, 16. Dezember 2018

Deutsche Wirtschaft wächst 2017 um 2,2 Prozent "Wachstumsturbo ist und bleibt eingeschaltet"

Hamburger Hafen: Vor allem die Exporte trieben die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal an

Die deutsche Wirtschaft hat dank anziehender Experte zum Jahresende Kurs gehalten. Allerdings verringerte sich das Wachstumstempo leicht. Auf Jahressicht kletterte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 2,2 Prozent. Der Aufschwung mündet bislang nicht in einer starken Inflation: Die Verbraucherpreise kletterten im Januar nur noch um 1,6 Prozent.

Der deutsche Aufschwung hat Ende 2017 leicht an Fahrt verloren. Dank kräftig anziehender Exporte stieg das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember um 0,6 Prozent zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ökonomen hatten damit gerechnet. Im Sommer hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht.

Das nun etwas geringere Wachstum sei aber "nicht der Rede wert", sagte der Chefökonom vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger. "Der deutsche Wachstumsturbo ist und bleibt eingeschaltet." Im Gesamtjahr 2017 legte Europas größte Volkswirtschaft um 2,2 Prozent zu, bestätigten die Statistiker ihre Schätzung von Januar. Das ist das kräftigste Wachstum seit 2011.

Impulse kamen im Schlussquartal überwiegend aus dem Ausland: "Nach vorläufigen Berechnungen legten die Exporte im vierten Quartal 2017 stark zu", so die Statistiker. Während der Staat seine Konsumausgaben erhöhte, lag der private Verbrauch in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Unternehmen investierten in Maschinen und Anlagen etwas mehr als zuletzt - in Bauten hingegen etwas weniger.

Januar-Inflation bei 1,6 Prozent, Wirtschaft soll 2018 noch stärker wachsen

Das Ifo-Institut erwartet in diesem Jahr ein noch stärkeres Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent. Die Exporteure profitieren vom anziehenden Welthandel, weshalb viele Unternehmen wieder mehr investieren. Auch der private Konsum dürfte angesichts von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen eine Konjunkturstütze bleiben.

Der Aufschwung mündet bislang nicht in einer starken Inflation. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem die Teuerungsrate im Dezember noch 1,7 Prozent betragen hatte. Die Inflation liegt damit weiter unter der Zielmarke von knapp 2 Prozent, die die Europäische Zentralbank als ideal für die Wirtschaft ansieht. Wegen der auch im gesamten Euro-Raum niedrigen Inflation will die EZB ihre Nullzinspolitik in diesem Jahr fortsetzen.

rei/Reuters

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