Freitag, 22. März 2019

Brexit und die Folgen Neun Gründe, jetzt auf Großbritannien zu setzen

Premierministerin Theresa May hat am Dienstag die EU-Austrittserklärung unterzeichnet, die das Land am heutigen Mittwoch in Brüssel einreicht

5. Teil: Beschleunigter Niedergang der Eurozone...

9. Beschleunigter Niedergang der Eurozone

Derweil sieht es für die EU und besonders die Eurozone nicht gerade rosig aus.

Die Eurozone bleibt gefangen in einer Dauerstagnation, bedingt durch zu viele faule Schulden, rückläufige Erwerbsbevölkerung, schwaches Produktivitätswachstum, Reformstau und einer Mentalität, die die Umverteilung von Wohlstand über die Schaffung von Wohlstand stellt.

Die Politik ist unfähig, die erforderliche Antwort auf diese Krise zu geben. Weder die deutsche Sparpolitik, noch die südländische Schuldenwirtschaft sind die richtige Lösung. Was wir brauchen sind Schuldenrestrukturierungen, Reformen und eine Neuordnung der Eurozone. In keinem der drei Punkte ist auch nur ansatzweise ein Fortschritt zu sehen. Nur noch Dank der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank ist es bisher nicht zum Kollaps gekommen.

Kommt es zu einer erneuten Rezession in der Eurozone, ist der politische Zusammenhalt mehr als fraglich. Das Wohlstandsversprechen, welches die EU gegeben hat, wird spätestens seit 2008 nicht mehr erfüllt. Davor hat der Binnenmarkt - und vor allem der vom Euro ausgelöste Verschuldungsboom - zu einer Wohlstandsillusion beigetragen. Sinkender Wohlstand, Unfähigkeit der Regierungen die Grundursachen zu bekämpfen und die als "Flüchtlingskrise" unzureichend beschriebene Migrationskrise machen das Haus EU und Euro immer unwohnlicher.

Die Vorstellungen der Politik, durch eine "sozialere" Gestaltung der EU den gefühlten Wohlstand und damit die Attraktivität der EU zu erhöhen, wird das Gegenteil bewirken: Es ist die Fortsetzung einer Politik, die Verteilung vor Schaffung von Wohlstand stellt. Gerade für uns Deutsche sind das keine guten Aussichten, weil unsere Handelsüberschüsse fälschlicherweise mit Reichtum gleichgesetzt werden, obwohl alle Studien zeigen, dass in den meisten EU- Ländern das Privatvermögen pro Kopf deutlich über hiesigem Niveau liegt.

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