Mittwoch, 24. Oktober 2018

Rekordbeschäftigung Beitrag zur Arbeitslosenversicherung könnte sinken

Jobs, Jobs, Jobs: Immer mehr Menschen in Deutschland sind dank der guten Konjunktur erwerbstätig. Die meisten neuen Stellen entstanden im vergangenen Jahr im Dienstleistungsbereich

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland kletterte in 2017 so kräftig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der wirtschaftliche Aufschwung soll anhalten, die Beschäftigung steigen. Weil die Reserven der Bundesagentur für Arbeit auf Rekordhöhe anwachsen, werden die Forderungen nach einer Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung immer lauter.

Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung in Deutschland sorgt weiter für steigende Beschäftigung. Die Zahl der Erwerbstätigen kletterte im Jahr 2017 um 638.000 oder 1,5 Prozent auf 44,3 Millionen und damit den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Das war gleichzeitig die stärkste Zunahme seit dem Jahr 2007.

Grundsätzlich wächst die zusammengenommene Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen seit zwölf Jahren kontinuierlich. Vor allem die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs steigt, während es weniger Selbstständige und auch weniger geringfügig Beschäftigte gibt.

Die zusätzlichen Jobs werden sowohl von Zuwanderern als auch von Inländern erledigt, die zusätzliche Arbeitskraft anbieten. Auch pendeln rund 100.000 Menschen mehr nach Deutschland ein als aus.

Aufschwung soll anhalten und Beschäftigung steigen

Die Zahl der Erwerbslosen ist im vergangenen Jahr nach den vorläufigen Statistiken zurückgegangen. Nach international vergleichbaren Kriterien sind noch 1,7 Millionen Menschen ohne Job, was einem Anteil von 3,7 Prozent an den Erwerbspersonen entspreche.

Es ist vor allem die gute Konjunktur, die immer mehr Menschen in Lohn und Brot bringt: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2017 bereits das achte Jahr in Folge. Eine wichtige Stütze ist dabei der private Konsum, der wiederum von Rekordbeschäftigung und steigenden Reallöhnen profitiert.

Da der Aufschwung nach Prognose aller führenden Experten anhalten dürfte, wird ein weiterer Beschäftigungsrekord erwartet. Das Münchner Ifo-Institut rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg auf fast 44,8 Millionen. 2019 sollen es dann sogar knapp 45,2 Millionen Erwerbstätige sein.

Die meisten Stellen schufen im vergangenen Jahr die Dienstleister. Hier gab es eine Zunahme um 1,7 Prozent. Allein der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit verzeichnete einen Anstieg um 2,0 Prozent oder 214.000 Erwerbstätige. Bei den Unternehmensdienstleistern gab es ein Plus von 146.000 oder 2,5 Prozent, im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe von 111.000 oder 1,1 Prozent.

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