Europäische Unionmanager magazin RSS  - Europäische Union

Alle Artikel und Hintergründe


22.02.2013
Twitter GooglePlus Facebook

Prognose der EU-Kommission
Euro-Zone verharrt 2013 in der Rezession

EU-Währungskommissar Olli Rehn: "In Spanien ist die Arbeitslosigkeit bei 26 Prozent angekommen, was völlig inakzeptabel ist"
DPA

EU-Währungskommissar Olli Rehn: "In Spanien ist die Arbeitslosigkeit bei 26 Prozent angekommen, was völlig inakzeptabel ist"

Düstere Aussichten für die Euro-Zone: In diesem Jahr wird die Wirtschaft weiter schrumpfen, prognostiziert die EU-Kommission. Die Arbeitslosigkeit steigt, ebenso die Staatsschulden. Besonders hart trifft es Portugal, Griechenland, Spanien und Italien. Der Aufschwung kommt frühestens 2014.

Brüssel - Die Schuldenkrise drückt die Euro-Länder auch in diesem Jahr noch in die Rezession - erst 2014 dürfte die Wirtschaft wieder wachsen. Diese düsteren Aussichten hat die EU-Kommission in ihrer Konjunkturprognose in Brüssel vorgestellt. 2013 wird die Wirtschaftsleistung demnach voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen, statt wie erwartet mit 0,1 Prozent ein wenig zuzulegen. Das belastet die Staatshaushalte und lässt den Schuldenberg wachsen.

Der Aufschwung werde erst 2014 kommen mit 1,4 Prozent Wachstum. "Die entschlossenen politischen Schritte der jüngsten Zeit ebnen den Weg für eine Rückkehr zur Erholung", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Rehn ermahnte die Euro-Staaten - insbesondere Italien und Frankreich - auf Reformkurs zu bleiben. Sonst werde der Aufschwung bei Wachstum und Beschäftigung noch länger auf sich warten lassen. An den Finanzmärkten sei das Vertrauen in den Euro-Raum inzwischen wieder zurückgekehrt.

Die Kluft zwischen dem Norden und dem Süden wächst. Vor allem die südeuropäischen Krisenstaaten bremsen das Wachstum, aber auch Frankreich macht der EU-Kommission Sorgen. Frankreich bleibt laut EU-Kommission mit einem Mini-Plus von 0,1 nahe am Nullwachstum. In den beiden südlichen Euro-Schwergewichten Italien und Spanien wird die Wirtschaft um 1 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent einbrechen.

Auch die Konjunkturlokomotive Deutschland werde mit 0,5 Prozent nicht mehr ganz so stark zulegen können und erst 2014 wieder um 2 Prozent wachsen. Von den Krisenländern unter dem Euro-Rettungsschirm steht Irland mit 1 Prozent Wachstum gut da, während in Griechenland die Wirtschaft um 4,4 Prozent schrumpft und auch in Portugal die Konjunktur einbricht.

Frankreich reißt Maastricht-Kriterien

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt in diesem Jahr laut EU-Kommission auf mehr als 12 Prozent und somit auf ein neues Rekordhoch. "In Spanien ist die Arbeitslosigkeit bei 26 Prozent angekommen, was völlig inakzeptabel ist", sagte Rehn.

Das schwache Wachstum schlägt voll auf die Staatshaushalte durch. Laut Prognose werden die 17 Euro-Länder in diesem Jahr noch höhere Defizite machen als bislang erwartet. Das Minus werde sich im Euro-Raum auf 2,8 Prozent der Wirtschaftsleistung belaufen - bislang waren 2,6 Prozent erwartet worden.

Frankreich werde sein Ziel verfehlen, die Maastrichter Defizitmarke von 3 Prozent 2013 wieder einzuhalten. Die EU-Kommission erwartet für das Land ein Minus von 3,7 Prozent für 2013. Rehn deutete an, dass Paris wegen außergewöhnlicher Umstände für die Defizitverfehlung nicht bestraft wird und verwies auf entsprechende Regeln des Euro-Stabilitätspaktes. "Noch ist es aber zu früh, wir werden diese Frage erst im Mai aufgreifen können, wenn die Frühjahrsprognosen vorliegen."

mahi/dpa

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Haushaltsentwürfe abgesegnet
Frankreich und Italien entgehen Defizit-Eklat
Wirtschaftliche Entwicklung
Europa - der zerstückelte Kontinent
Gipfel in Brüssel
EU-Gegner schäumen - Brüssel verlangt Milliarden von London
Masuren
Historie in himmlischer Natur

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?