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22.02.2013
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Bessere Wirtschaftslage
Deutschland bald wieder Europas Antreiber

Deutsche Bauwirtschaft: Derzeit ähnlich stark wie zur Zeit der Wiedervereinigung
dapd

Deutsche Bauwirtschaft: Derzeit ähnlich stark wie zur Zeit der Wiedervereinigung

"Ifo geht durch die Decke", kommentieren Experten: Deutschlands Wirtschaft scheint die Wachstumsdelle zum Ende des Vorjahres hinter sich zu lassen. Der wichtigste Konjunkturindikator hierzulande, der Ifo-Index, ist zum vierten Mal in Folge in die Höhe gegangen. Und dieses Mal deutlich.

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar offenbar weiter deutlich verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend stark von zuvor 104,3 auf nunmehr 107,4 Punkte, wie das Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. Damit mehren sich die Hinweise, dass das Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn wieder wächst. "Der Investitionsstau beginnt sich aufzulösen", kündigte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe an.

"Schon im ersten Quartal werden wir wieder ordentliches Wachstum sehen, das den heftigen Rückgang zum Jahresende größtenteils kompensiert", sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner dann auch. "Ich rechne mit einem Quartalsplus von 0,4 Prozent." Die "sehr beeindruckenden Ifo-Daten" könnten in der Tat auf ein "recht ordentliches" Wachstum im Auftaktquartal hindeuten, hieß es auch bei der Postbank Chart zeigen. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe erwartet ein Plus von 0,2 Prozent der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal des laufenden Jahres.

An der Börse machte die Nachricht schnell die Runde und trieb die Aktienhändler zu Käufen an. Der Dax Chart zeigen legte bis zum frühen Mittag um 0,66 Prozent auf 7631,77 Punkte zu. Börsenexperte Ralf Umlauf von der Helaba kommentierte die verbesserten Konjunkturdaten als "überzeugend".

Tatsächlich zeichnet der Ifo-Index ein Bild der nahezu branchenübergreifenden Erholung der deutschen Wirtschaft. Die 7000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate entsprechend besser: Das Ifo-Konjunkturbarometer kletterte um 4,0 auf 104,6 Punkte, während Ökonomen nur mit 101,3 Punkten gerechnet hatten. Die Lage wurde ebenfalls besser eingeschätzt. Dieser Index legte um 2,1 auf 110,2 Zähler zu, womit die Analystenprognose von 108,5 Zählern übertroffen wurde."Der Ifo-Index geht durch die Decke", kommentierte Commerzbank-Experte Ralph Solveen die Indexentwicklung. Nun deute auch für ihn alles daraufhin, dass die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal wieder deutlich zulege.

Exportwirtschaft wieder optimistisch

Die Industrie setzt dabei offenbar insbesondere auf ein gutes Auslandsgeschäft. "Die Exporterwartungen sind weiter gestiegen und liegen nun über ihrem langfristigen Durchschnitt", sagte Ifo-Chef Sinn heute. "Deutsche Produkte sind gefragt, der Euro-Kurs scheint darauf keinen Einfluss zu haben", ergänzte Ifo-Experte Wohlrabe. Und das obwohl der noch immer hohe Euro-Kurs deutsche Maschinen, Anlagen und Autos besonders im Vergleich zu japanischen Konkurrenzprodukten auf dem Weltmarkt teuer macht.

Was für ein Wandel: Noch am Jahresende waren die Exporte so stark eingebrochen wie seit Anfang 2009 nicht mehr. In der Baubranche wurden die Geschäftsaussichten so positiv eingeschätzt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. "Dem Bau geht es sehr gut, die Auftragsbücher sind voll", sagte Ifo-Experte Wohlrabe.

Alleine im Handel zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Großhändler sind deutlich zufriedener mit ihrer Lage und weniger pessimistisch, was das kommende Halbjahr angeht. Im Einzelhandel dagegen stieg zwar die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage, dafür nahm die Skepsis mit Blick auf das kommende Halbjahr zu.

Insgesamt verdichten sich damit die Zeichen, dass Deutschland bereits im Frühjahr das Konjunkturtal verlassen könnte. Ende vergangenen war die hiesige Wirtschaft mit einem Minus von 0,6 Prozent einen so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Die größte Volkswirtschaft Europas musste den ersten Rückgang der Wirtschaftsleistung seit einem Jahr verkraften. Vor allem schwache Exporte und rückläufige Unternehmensinvestitionen hatte die Konjunktur belastet.

kst/afp/dpa-afx/rtr

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