Düsseldorf/Wiesbaden - Die deutschen Maschinenbauer haben zum Jahresende einen Dämpfer erhalten: Nach zwei verheißungsvollen Monaten mit Orderzuwächsen verfehlte der Auftragseingang im November das Vorjahresniveau, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. Die Bestellungen sanken insgesamt um 3 Prozent, im Inland um 2 und im Ausland um 4 Prozent. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers zeigte sich gefasst: "Insgesamt brachte der Monat November keine Überraschungen, weder negative noch positive."
Der Maschinenbau reiht sich damit in die Gesamtlage der deutschen Industrie genau ein. Insgesamt lief es zum Ende des vergangenen Jahres alles andere als gut für die hiesige Industrie, die immerhin rund ein Viertel zur gesamtwirtschaftsleistung der Bundesrepublik beisteuert - und sich in der Krise gerade als Stabilisator der Lage gezeigt hatte. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, fielen die Einnahmen des verarbeitenden Gewerbes im November um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und schrumpften damit bereits den dritten Monat in Folge.
Dabei schwächelte im November vor allem die Nachfrage aus dem Ausland: Hier erlösten die Unternehmen 1,9 Prozent weniger, hieß es. Im Inland sanken die Umsätze zugleich um 0,3 Prozent. Insgesamt gingen die arbeitstäglich bereinigten Erlöse der Industrie im November auf Jahressicht um 3,6 Prozent zurück.
Der Maschinenbau litt zuletzt insbesondere darunter, nicht erneut außergewöhnlich hohe Orders - wie im September und Oktober - aus dem Nicht-Euro-Raum an Land ziehen können. Im Geschäft mit Inlandskunden habe sich aber die bereits im Oktober zu beobachtende Stabilisierung fortgesetzt, berichtete VDMA-Experte Wiechers.
Fachkräftemangel hält trotz geringerer Arbeitskräftenachfrage an
Die Maschinenbauer hatten im September erstmals nach knapp einem Jahr wieder ein Auftragsplus verbucht. Der Branche mit ihren mehr als 900.000 Beschäftigten, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp
, Gea Group
oder Gildemeister
gehören, macht die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung zu schaffen. Die Kunden halten sich mit Investitionen in neue Maschinen und Anlagen zurück.
Überraschung dabei: Obwohl es wirtschaftlich nur noch schleppend läuft, Deutschland wohl im letzten Quartal des vergangenen Jahres sogar zurückgefallen ist, haben die hiesigen Unternehmen offenbat nach wie vor Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. 29 Prozent der Unternehmen suchen trotz der aktuellen Konjunkturabschwächung zwei Monate und länger nach geeigneten Bewerbern. Vor einem Jahr waren es - bei besserer Wirtschaftslage - 37 Prozent. Dies geht aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten neuen Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. 43 Prozent der Betriebe sehen im Fachkräftemangel eine mögliche Wachstumsbremse.
kst/dpa/dpa-afx/rtr
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