Mittwoch, 2. September 2015

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Konjunkturschwäche Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt

Agentur für Arbeit in Duisburg : Im Dezember stieg die Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent

Zwar feiert der deutsche Arbeitsmarkt 2012 als das beste Jahr seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Wirtschaftsflaute zeigt dennoch erste Bremsspuren. Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht an.

Nürnberg - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen. 2012 gab es hierzulande durchschnittlich 2,897 Millionen Arbeitslose und damit so wenige wie seit 1991 nicht mehr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Zahl der Arbeitslosen damit um 79.000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank auf Jahressicht um 0,3 Punkte auf 6,8 Prozent. Auch die Zahl der Erwerbstätigen stieg 2012 auf ein Rekordhoch.

Der deutsche Arbeitsmarkt habe auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2012 robust reagiert, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. "Spuren der langsameren konjunkturellen Gangart sind jedoch erkennbar", fügte er hinzu.

So stieg im Dezember die Zahl der Arbeitslosen im Zuge der sich abschwächenden Konjunktur erwartungsgemäß. Insgesamt waren im Schlussmonat 2012 hierzulande 2,84 Millionen Menschen ohne Job und damit 88.000 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote für Dezember legte den Angaben zufolge auf Monatssicht um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent zu.

Aufschwung wird noch auf sich warten lassen

"Das sind unter dem Strich positive Zahlen. Trotz der konjunkturellen Delle bricht der Arbeitsmarkt nicht weg", sagt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. Die Unternehmen seien nicht willens, qualifizierte Mitarbeiter auf die Straße zu setzen - auch angesichts der hohen Zahl an unbesetzten Stellen.

"Die Zahl der Arbeitssuchenden hat im Dezember zum neunten Mal in Folge zugenommen", sagt Bernd Hartmann von der VP Bank. Der anhaltende Trend offenbare die derzeitige Schwäche der deutschen Wirtschaft, neue Jobs zu schaffen. "Trotz verbesserter Vorlaufindikatoren wird der realwirtschaftliche Aufschwung vorerst noch etwas auf sich warten lassen - und mit ihm auch eine spürbare Aufhellung am Arbeitsmarkt", so Hartmann.

Auch BA-Chef Weise rechnet für 2013 mit einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt. Er erwarte weder einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit noch eine Trendwende zum Schlechteren, sagte Weise. "Für 2013 gehen wir auf der Basis der vorliegenden Grunddaten davon aus, dass wir die Lage stabil halten könnten." Das Jahr 2012 sei von sehr unterschiedlichen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt geprägt gewesen. "Im ersten Halbjahr ist es unerwartet gut gelaufen. Im zweiten Halbjahr unerwartet schlecht."

mahi/dapd/rtr/dpa

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