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26.12.2012
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Lagarde warnt Schäuble vor Sparexzessen

Liegen oft über im Clinch: Finanzminister Wolfgang Schäuble und die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde
DPA

Liegen oft über im Clinch: Finanzminister Wolfgang Schäuble und die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde warnt Deutschland vor zu großem Spareifer. Die größte Volkswirtschaft Europas werde nun vor allem als Konjunkturlokomotive in der Krise gebraucht. Die konjunkturellen Aussichten für die Euro-Zone werden sich aufhellen, ist der IWF überzeugt.

Berlin - Die Bundesregierung könne es "sich leisten, bei der Konsolidierung etwas langsamer vorzugehen als andere", sagte IWF-Chefin Lagarde der Wochenzeitung "Die Zeit". "Das wirkt den wachstumsdämpfenden Effekten entgegen, die von den Kürzungen in den Krisenländern ausgehen", argumentierte sie.

Am Wochenende hatte ein "Spiegel"-Bericht über angebliche Sparpläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für Aufregung gesorgt. Obwohl ein Ministeriumssprecher die Darstellung als falsch zurückwies, verlangte die Opposition umgehend Klarheit.

Dem Magazin zufolge wird im Finanzministerium an einem Sparpaket für die nächste Legislaturperiode gearbeitet, das unter anderem die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes vorsehe. Schäuble lasse die Vorschläge ausarbeiten, da nach seiner Einschätzung die Schuldenbremse nicht ausreiche, um den Bundeshaushalt auf künftige Belastungen aus Konjunktur- und Krisenrisiken vorzubereiten.

Lagarde räumte zwar ein, dass es bei der Bewältigung der Euro-Krise mitunter Differenzen mit der Bundesregierung gebe, betonte aber ihr intaktes Verhältnis zu Schäuble. "Er ist ein Freund", sagte sie. "Wir stimmen inhaltlich nicht in allen Punkten überein, aber ich respektiere ihn sehr."

IWF sieht Konjunktur für Euro-Zone optimistischer

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) mahnte laut Zeitung, Voraussetzung für eine Wende in der Krise sei, dass Europa die richtigen Politikmaßnahmen umsetze. Die Europäer müssten "ihre Hausaufgaben erledigen". So müsse das Anleiheprogramm der Europäischen Zentralbank "voll funktionsfähig" sein und die angestrebte Bankenunion vollendet werden. Lagarde machte deutlich, dass der IWF sich künftig nicht immer als Geldgeber engagieren müsse. "Es kann auch Fälle geben, in denen wir uns stärker darauf konzentrieren, bei der Entwicklung und Überwachung von Anpassungsprogrammen zu helfen."

Dem IWF zufolge hellen sich die konjunkturellen Aussichten allmählich auf. "Unsere Prognosen sagen, dass die Wirtschaft der Euro-Zone sich im kommenden Jahr besser entwickelt als sie es im vergangenen tat", sagte Lagarde. "Aus den USA, aus China und aus den anderen Schwellenländern kamen zuletzt wieder positivere Konjunktursignale", ergänzte sie.

rei/rtr

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