Mittwoch, 29. Juli 2015

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Zweiter Anstieg in Folge Deutsche Industrie treibt Ifo-Konjunkturtest

Stahlwerk Thüringen in Unterwellenborn: Deutsche Industrie insgesamt wieder optimistischer gestimmt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember stärker als erwartet aufgehellt. Offenbar sehen die Manager vieler Unternehmen hierzulande  wieder bessere Zeiten auf sich zukommen - und besonders deutlich verbesserte sich zuletzt die Stimmung in der hiesigen Industrie.

München - Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 1,0 auf 102,4 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Juli, teilte das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mit. "Die Unternehmen sind in froher weihnachtlicher Erwartung", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Im November war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer erstmals wieder gestiegen, nachdem es zuvor sechs Monate in Folge gesunken war. Die Firmenchefs schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate optimistischer ein. Das Barometer für die Geschäftserwartungen kletterte um 2,7 auf 97,9 Punkte. Die Lage wurde dagegen schlechter bewertet. Dieser Index fiel um 1,0 auf 107,1 Indexzähler.

Einen Lichtblick lieferte vor allem die Industrie. "Die Geschäftserwartungen verzeichneten den stärksten Anstieg seit August 2009", sagte Sinn. "Auch die Erwartungen an das Exportgeschäft sind erneut gestiegen." Bei den Dienstleistern und in der Baubranche hellte sich die Stimmung ebenfalls auf. Im Groß- und Einzelhandel trübte sich das Geschäftsklima dagegen ein.

Trotz des Ifo-Anstiegs gehen die meisten Ökonomen und auch die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal schrumpfen wird - zum ersten Mal seit einem Jahr. Da die Konjunkturdelle den Winter über anhalten dürfte, steht die Bundesregierung vor einer erneuten Senkung ihrer Prognose für 2013. "Es wird aus heutiger Sicht einen Revisionsbedarf nach unten geben", sagte Bernhard Heitzer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Sein Haus erstellt Mitte Januar die neue Prognose für die Regierung. Erst im Oktober hatte das Ministerium die Prognose von 1,6 auf 1,0 Prozent gesenkt. Die Bundesbank rechnet inzwischen nur noch mit plus 0,4 Prozent.

kst/dpa/rtr

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