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19.12.2012
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Zu viele Krisenherde
Uno warnt vor globaler Rezession

Furcht vor Verelendung: Arbeitslosigkeit auch in Teilen Europas ein drängendes Problem
AP

Furcht vor Verelendung: Arbeitslosigkeit auch in Teilen Europas ein drängendes Problem

Der Weltwirtschaft weht der Wind nach Einschätzung der Vereinten Nationen weiter rau ins Gesicht. Das Wachstum ist laut UN in diesem Jahr deutlich zurückgegangen - und wird auch schwach bleiben. Im unglücklichen Fall drohe gar eine globale Rezession.

New York - Die Weltwirtschaft ist einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge in diesem Jahr deutlich langsamer gewachsen als erwartet. In dem Bericht, der am Dienstag in New York festgestellt wurden, hieß es, das Wachstum werde in den kommenden zwei Jahren wahrscheinlich nicht genügend anziehen, um den Verlust an Arbeitsplätzen während der Finanzkrise wettzumachen. Im Gegenteil, der Weltwirtschaft drohe unter Umständen sogar eine bittere Rezession.

"Eine Verschärfung der Euro-Krise, die Fiskalklippe in den USA und scharfer Wind in China könnten zu einer neuen globalen Rezession führen", sagte Rob Vos, der Autor der Studie. Jedes dieser Risiken könne für ein Minus von ein bis 3 Prozent verantwortlich sein.

Schlechte Aussichten auch für den globalen Arbeitsmarkt: Zwar habe sich die Lage in diesem Jahr gebessert, aber das Wachstum reiche nicht aus, um die Krise auf dem Arbeitsmarkt zu beenden. Europa und die USA würden - "wenn sie ihre Politik nicht ändern" - mindestens noch fünf Jahre brauchen, um die Stellenverluste der Krise 2008/2009 auszugleichen. "Nur einige wenige Länder in Europa, wie Österreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande haben eine niedrige Arbeitslosenrate von etwa 5 Prozent", heißt es in dem Bericht; die UN orientieren sich dabei an der international gängigen Arbeitslosenvergleichsrate (ILO), die deutsche Arbeitsagentur legt allerdings eine schärfere Abgrenzung der Arbeitslosigkeit zugrunde, so dass die aktuelle Arbeitslosenrate hierzulande mit derzeit 6,5 Prozent ausgewiesen wird. Besonders hoch dagegen mit Werten um 25 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit aktuell beispielsweise in Spanien.

Zum schwächeren Wachstum in Deutschland schreiben die Experten, ein wichtiger Grund sei, dass der weltweite Handel deutlich an Schwung verloren habe. Dabei habe in Deutschland der Staat noch Reserven, um die Binnennachfrage anzukurbeln. Allerdings zeigte zuletzt - entgegen der Einschätzung der UN - gerade der deutsche Export und der inländische Konsum Stärke. Schwach entwickelten sich dagegen die Unternehmensinvestitionen als Teil der Binnennachfrage.

Die wirtschaftlichen Probleme in Europa, den USA und Japan hätten auch erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungsländer. Exporte aus der Dritten Welt würden erschwert, die Investitionen in die nationalen Wirtschaften blieben aus. Gerade in diesen Ländern sei die Arbeitslosigkeit ein enormes Problem.

Die Autoren des Berichtes rufen zu einer international abgestimmten Finanzpolitik auf. Damit könnten Arbeitsplätze geschaffen und eine umweltschonendere Wirtschaft angekurbelt werden.

Für dieses Jahr rechnen die UN mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. Das sind 2,5 Prozentpunkte weniger als noch im Juni erwartet. Sollte der schlimmste Fall für die Weltwirtschaft nicht eintreten, also sich die Euro-Krise verschärfen, Chinas Wachstum stark abflauen und das der USA ebenfalls, rechnet die UN für 2013 mit einem Wachstum von 2,4 Prozent , für 2014 mit 3,2 Prozent.

kst/apd/dpa-afx

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