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17.12.2012
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Bundesbank-Prognose
Wirtschaft steht vor hartem Winter

Import, Export: Auch an Häfen wird in nächster Zeit weniger zu tun sein
dapd

Import, Export: Auch an Häfen wird in nächster Zeit weniger zu tun sein

Düstere Prognose der Bundesbank: Die deutsche Wirtschaft wird im Winter stark in die Knie gehen, sagt die Bank voraus. Das Ende der Schwächephase haben die Experten aus Frankfurt aber auch schon im Blick.

Frankfurt am Main - Die Bundesbank sagt der deutschen Wirtschaft einen harten Winter voraus. Die Konjunkturdaten signalisierten einen "spürbaren Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion zum Jahresende", erklärte die sie am Montag. Im Schlussquartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfen und Anfang 2013 nur stagnieren.

Die Schwäche gehe hauptsächlich von der Industrie aus, so die Bundesbank. Dieser Sektor strich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober erstmals in diesem Jahr Arbeitsplätze. Die Bundesbanker haben jedoch bereits das Ende der Flaute vor Augen: "Es gibt die begründete Aussicht, dass die wirtschaftliche Schwächephase nicht allzu lange anhalten wird und Deutschland bald wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt."

Bereits Anfang Dezember hatte die Bundesbank ihre Wachstumsprognose für 2013 von 1,6 auf 0,4 Prozent gesenkt. "Die konjunkturellen Perspektiven haben sich in Deutschland eingetrübt", schrieben die Experten. Sie gehen aber im Prinzip davon aus, dass die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, der Reformprozess im Euro-Raum Fortschritte macht und größere negative Überraschungen ausbleiben. "Die gute Grundkonstitution der deutschen Wirtschaft spricht dafür, dass sie die vorübergehende Schwächephase ohne größere Schäden insbesondere am Arbeitsmarkt übersteht."

Industrie baut erstmals seit langem Jobs ab

Die Industrie hingegen drosselte ihr Personal im Oktober erstmals seit Dezember 2011. Die Zahl der Beschäftigten sank im Vergleich zum Vormonat um 7745 oder 0,1 Prozent, verharrte aber nahe dem im September erreichten Vier-Jahres-Hoch von knapp 5,3 Millionen. Die Unternehmen fuhren ihre Produktion im Oktober so stark herunter wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.

Trotz der schwachen Auftragsentwicklung der vergangenen Monate schlägt die Flaute bislang kaum auf die Beschäftigung durch. Ein Grund dafür kann Experten zufolge sein, dass sich die Unternehmen in der Regel zuerst von Zeitarbeitern trennen. Diese werden in der Erhebung vom Statistischen Bundesamt aber nicht erfasst. In der Bevölkerung wächst derweil die Angst vorm Jobverlust. Wie aus einer Allianz-Studie hervorgeht, sind nur knapp ein Viertel der Deutschen - und damit weniger als vor einem Jahr - zuversichtlich, wenn es um die Arbeitsplatzsicherheit geht.

Optimistischer als die Bundesbank gibt sich das gewerkschaftsnahe IMK-Institut, das seine Wachstumsprognose für 2013 verdoppelte. Die Düsseldorfer Forscher trauen der Wirtschaft ein Plus um 0,8 Prozent zu und begründen dies mit besseren Geschäftsaussichten für die Exporteure. "Es ist eine Gratwanderung. Die deutsche Wirtschaft hat gute Chancen mit einem blauen Auge davonzukommen, aber garantiert ist dabei gar nichts", sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

Trotz Anlass für Optimismus bestehe "die sehr ernstzunehmende Gefahr", dass die Konjunktur nächstes Jahr abstürzen könne, warnte Horn. Denn wenn die US-Politik ihren Haushaltsstreit ("Fiscal Cliff") nicht löse und sich die Krise im Euro-Raum wieder zuspitze, hätte dies für Deutschland harte Folgen. Für diesen Fall befürchtet das IMK im nächsten Jahr einen Exporteinbruch und ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,7 Prozent, nach 0,7 Prozent Wachstum 2012.

cr/rtr

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