Montag, 25. Mai 2015

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Deutsche in Konsumlaune Shoppen, bis die Tasche reißt

Da geht noch was rein: Die Konsumlaune in Deutschland ist gut.

Stimmung naja, Lage gut: Der deutsche Einzelhandel spürt wenig von der Euro-Krise. Weil wenig Menschen einen Job suchen und mehr verdienen, strömen sie offenbar in die Geschäfte - für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband mit einem soliden Plus.

Berlin - Der deutsche Einzelhandel sieht trotz der langen Euro-Krise und schwächerer Wachstumsaussichten weiter eine robuste Kauflaune der Kunden. "Die Lage im Einzelhandel ist stabil", sagte der Präsident des Handelsverbands Deutschland, Josef Sanktjohanser, bei einem Branchenkongress in Berlin.

Die gute Beschäftigungslage, positive Einkommensentwicklungen und niedrige Zinsen wirkten auf die Konsumstimmung mehr als Ängste um eine Konjunkturdelle. Der Verband bekräftigte seine Prognose, dass in diesem Jahr ein Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent zu erreichen sei.

Ins Bild passten Angaben aus der Elektronikindustrie. Der Umsatz mit Verbraucherelektronik in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres um 5,4 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro gestiegen. Zu den mit Abstand größten Umsatztreibern gehörten dabei Smartphones und Tablets. Der Produktbereich der privat genutzten Telekommunikation legte insgesamt um 21,1 Prozent zu, teilte die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu am Donnerstag mit.

Schäuble gibt sich optimistisch

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich optimistisch, dass die wirtschaftliche Lage gut bleibe. Mit Blick auf die Inlandskonjunktur sprach er sich gegen Steuererhöhungen aus. Durch verlässliche Rahmenbedingungen das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, sei "das beste Element zur Stärkung der Binnennachfrage."

Der Minister bekannte sich klar zu einer Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise. "Der Euro wird stabil bleiben." Die Eurozone werde schrittweise die Verunsicherung über die Gemeinschaftswährung an den Finanzmärkten abbauen, weil belegt werden könne, dass es vorangehe. Dies gelte auch für Griechenland, wo Reformen für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit Zeit brauchten. Einen Schuldenschnitt für die öffentlichen Gläubiger lehnte er erneut ab.

Schäuble mahnte als Konsequenz der Finanzkrise auch eine stärkere Regulierung der Kapitalmärkte an. "Wir brauchen maßvolle Regeln, aber man darf es auch nicht übertreiben". Die Wirtschaft dürfe nicht zu Tode reguliert werden. Nötig sei auch eine "gewisse freiwillige Orientierung" der Unternehmen, dass man nicht jeden Vorteil bis zur Übertreibung ausreizen müsse.

nis/dpa

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