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15.11.2012
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Drittes Quartal
Wirtschaftswachstum knickt weiter ein

Stabile Exporte: Zu Beginn des dritten Quartals nahmen die Ausfuhren zu, der Einbruch im September deutet aber auf eine Stagnation des BIP zum Jahresende hin
REUTERS

Stabile Exporte: Zu Beginn des dritten Quartals nahmen die Ausfuhren zu, der Einbruch im September deutet aber auf eine Stagnation des BIP zum Jahresende hin

Die schwache Konjunktur in Europa hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland im dritten Quartal fast zum Erliegen gebracht. Nur dank der privaten Konsumausgaben und der stabilen Exporte gelang ein Wachstum von 0,2 Prozent. Zum Jahresende ist keine Besserung in Sicht.

Wiesbaden - Der Trend zeigt nach unten, die Befürchtungen vieler Experten aber wurden nicht wahr: Deutschlands Wirtschaft legt weiter zu, das Tempo nimmt aber stark ab. So blieb zuletzt nur wein Miniplus: Im dritten Quartal dieses Jahres stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Damit geht der Konjunktur nach einem vergleichsweise munteren Jahresstart allmählich die Puste aus. Im ersten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. Für das Schlussquartal deutet sich aus Sicht von Ökonomen eine merkliche Eintrübung der Konjunktur an.

"Das war vorerst die letzte gute Zahl aus Deutschland. Im vierten Quartal schrumpft die deutschen Wirtschaft vermutlich etwas. Ich erwarte, dass die deutsche Wirtschaft erst Mitte nächsten Jahres zu ordentlichen Zuwachsraten zurücklehrt", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Positive Impulse kamen im dritten Quartal von den Exporten sowie den privaten und staatlichen Konsumausgaben. Außerdem wurde mehr in Bauten investiert. Hingegen gingen die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge gegenüber dem Vorquartal erneut zurück.

Bundesbank erwartet Stagnation im vierten Quartal

Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres legte das BIP in Deutschland preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Bereinigt um diesen Effekt lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent.

Verglichen mit anderen Euro-Ländern steht Deutschland damit gut da. In Portugal brach das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent ein. Für die gesamte Euro-Zone wird ein Minus von 0,2 Prozent erwartet. Frankreich schaffte dagegen ein überraschendes Plus von 0,2 Prozent.

Zuletzt mehrten sich die Hinweise darauf, dass die Schuldenkrise auch die deutschen Wirtschaft nach unten zieht. Im September brachen die Industrieaufträge mit 3,3 Prozent so kräftig eingebrochen wie seit einem Jahr nicht mehr, weil vor allem die Nachfrage aus der rezessionsgeplagten Euro-Zone stark nachlässt. Die Exporte fielen zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009.

Die Stimmung in der Wirtschaft ist deshalb so schlecht wie seit Februar 2010 nicht mehr, fand das Ifo-Institut bei seiner monatliche Umfrage unter 7000 Managern heraus. Die Bundesbank erwartet bestenfalls eine Stagnation im vierten Quartal.

mg/dpa/rtr

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